Israel und Hamas verhandeln über Geiselfreilassung im Austausch für Waffenruhe
Die islamistische Hamas hat sich angeblich offen für Verhandlungen über eine Freilassung einiger israelischer Geiseln gezeigt. Die Hamas sei bereit, über die Freilassung von weiblichen Zivilisten und Kindern zu sprechen, wenn im Gegenzug eine 'signifikante' Feuerpause vereinbart werde, berichtet das 'Wall Street Journal'. Während einer einwöchigen Waffenruhe im November 2020 wurden bereits 105 Geiseln freigelassen. Israel ließ im Gegenzug 240 palästinensische Häftlinge frei.
Die Hamas hat bislang in Aussicht gestellt, weitere Geiseln nur freizulassen, wenn der Krieg beendet ist. Momentan werden noch etwa 130 Menschen festgehalten, die bei einem Überfall am 7. Oktober aus Israel in den Gazastreifen entführt wurden. Unter ihnen sollen auch israelische Soldatinnen sein. Die israelische Regierung geht davon aus, dass noch 105 Geiseln am Leben sind und viele von ihnen im unterirdischen Tunnel-Netzwerk der Hamas festgehalten werden.
Israel hat angeblich einen Vorschlag für eine zweimonatige Feuerpause gemacht, im Austausch für die Freilassung aller Geiseln. Die ägyptischen und katarischen Vermittler, die derzeit versuchen, die unterschiedlichen Forderungen zu überbrücken, haben das Angebot erhalten. Obwohl die jüngsten Entwicklungen positiv sind, bedeutet dies nicht zwangsläufig, dass eine Einigung unmittelbar bevorsteht, so das 'Wall Street Journal'. Ägyptischen Beamten zufolge können die Gespräche immer noch scheitern.
UN-Generalsekretär António Guterres hat die Ablehnung einer Zweistaatenlösung durch Israels Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu und andere Regierungsmitglieder kritisiert. Er bezeichnete die Ablehnung und die Verweigerung des palästinensischen Volkes auf einen eigenen Staat als eine Verlängerung des Konflikts, der eine große Gefahr für den Frieden und die Sicherheit der Welt darstellt. Auch der russische Außenminister Sergej Lawrow sprach sich in New York für eine Zweistaatenlösung aus und kritisierte Netanjahus Haltung in dieser Frage. Er forderte außerdem die Freilassung aller Geiseln und eine Waffenruhe.
Israelische Armee tötet mehr als 100 Terroristen in Chan Junis
Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben in Chan Junis im Süden des Gazastreifens Dutzende weitere Terroristen getötet. Mehr als 100 Terroristen seien im Westen der Stadt 'eliminiert' worden, teilte Armeesprecher Daniel Hagari mit. Die Angaben konnten vorerst nicht unabhängig überprüft werden. Die Armee hatte die Stadt, die als Hochburg der Hamas gilt, umstellt und vermutet dort sowohl die Führungsleute der Hamas als auch israelische Geiseln in unterirdischen Tunneln.
Der Krieg begann nach dem schlimmsten Massaker in der Geschichte Israels am 7. Oktober, verübt von der Hamas und anderen extremistischen Gruppen im Süden Israels. Dabei wurden 1200 Menschen getötet. Israel reagierte mit massiven Luftangriffen und einer Bodenoffensive. Nach Angaben der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde wurden bislang mehr als 25.000 Menschen getötet. Die genaue Zahl lässt sich kaum unabhängig überprüfen.
US-Militär reagiert auf Angriff im Irak
Das US-Militär griff im Irak drei Einrichtungen an, die von der Miliz Kataib Hisbollah und anderen mit dem Iran verbundenen Gruppen genutzt werden. Dies geschah als Gegenreaktion auf einen Angriff auf den Stützpunkt Ain Al-Assad. In den letzten Wochen haben proiranische Milizen ihre Angriffe auf US-Stützpunkte im Irak und im benachbarten Syrien verstärkt.
Erneute Schusswechsel an Israels Grenze zum Libanon
An der Grenze zwischen Israel und dem Libanon kam es erneut zu Gefechten. Israel griff 'Terrorziele' im nördlichen Nachbarland an und zerstörte eine wichtige militärische Einrichtung, die von der Hisbollah und iranischen Kräften genutzt wurde. Genauere Informationen dazu wurden nicht bekannt gegeben.
Was am Mittwoch wichtig wird
Der britische Außenminister David Cameron wird zu Gesprächen in Israel erwartet. Er möchte seine Besorgnis über die hohe Zahl der getöteten Palästinenser im Gazastreifen zum Ausdruck bringen und sich für eine dauerhafte Waffenruhe einsetzen. Auch der italienische Außenminister Antonio Tajani wird im Nahen Osten Gespräche führen, darunter in Beirut, Tel Aviv, Jerusalem und Ramallah. (eulerpool-AFX)

