Israel und Dänemark bündeln Kräfte zur Patientenevakuierung
Israel und Dänemark haben die Gründung eines gemeinsamen Expertenteams beschlossen, das sich der Entwicklung neuer Lösungen zur Evakuierung von Patienten aus dem Gazastreifen widmet. Der israelische Außenminister Gideon Saar und sein dänischer Amtskollege Lars Løkke Rasmussen betonten bei einer Pressekonferenz in Jerusalem die Dringlichkeit und Bedeutung dieser Initiative. Rasmussen zeigte sich zuversichtlich, dass machbare und effektive Lösungen gefunden werden können, trotz Kritik an der bisherigen israelischen Politik.
Der dänische Außenminister unterstrich, dass eine direkte Verlegung der Patienten nach Ost-Jerusalem ideal sei, auch wenn er Israel nicht dazu zwingen könne. Dänemark sei bereit, medizinische Unterstützung im Westjordanland anzubieten. Gideon Saar wiederum äußerte Sicherheitsbedenken als Grund für bisherige Zurückhaltung, schlug aber die Verlegung von Patienten in arabische Drittländer vor.
Die Pressekonferenz fand vor dem Hintergrund einer Zeit erhöhter Spannungen statt. Rasmussen hob die langjährigen, stabilen Beziehungen zwischen den beiden Ländern hervor und verteidigte Israels Recht auf Selbstverteidigung nach einem verheerenden Angriff der Hamas im Oktober 2023. Er forderte jedoch eine Kurskorrektur in der israelischen Politik und wies auf die humanitäre Notlage in Gaza sowie die besorgniserregenden Entwicklungen im Westjordanland hin.
Der dänische Minister setzte sich zudem für das sofortige Ende des Konflikts im Gazastreifen ein, während Saar von der Hamas verlangte, Geiseln freizulassen und die Waffen niederzulegen, um langfristigen Frieden zu gewährleisten. In diesem Zusammenhang warnte Saar vor einer Zunahme antisemitischer Tendenzen in Europa, die er als Ausdruck einer antiisraelischen Obsession bezeichnete.

