Israel prüft Zulassung von Teslas Autopilot – kommt jetzt der internationale Durchbruch?
Teslas „Full Self-Driving“ sorgt weltweit für Diskussionen – in den USA und Kanada bereits in Betrieb, in Europa noch stark reguliert. Nun meldet sich Israel aus der zweiten Reihe nach vorne. Die zuständige Verkehrsministerin Miri Regev hat das Verkehrsministerium angewiesen, den Genehmigungsprozess für Teslas FSD zu beschleunigen. Hintergrund: Zahlreiche Tesla-Fahrer in Israel drängen auf eine Freigabe.
Laut Regev soll eine speziell eingerichtete Arbeitsgruppe nun prüfen, wie das autonome Fahrsystem internationalen Sicherheitsstandards entsprechend in Israel eingesetzt werden kann. Ziel ist es, die Überwachungspflichten für Fahrer zu lockern – im Klartext: Fahrer sollen perspektivisch nicht mehr dauerhaft die Hände am Lenkrad haben müssen.
Für Tesla ist Israel nicht nur ein weiterer Absatzmarkt. Das Land eignet sich aufgrund seiner Infrastruktur, seiner hohen Elektroauto-Quote und seiner technikaffinen Bevölkerung als Teststandort für einen kommerziellen Einsatz selbstfahrender Fahrzeuge. Tausende Tesla-Besitzer haben die FSD-Software bereits gekauft – ohne sie nutzen zu können. Sie zahlten rund 8.000 Euro in der Hoffnung, bald autonom zu fahren.
Die Entwicklung spielt Tesla in die Karten. Elon Musk spricht von der „schnellsten Technologieverbreitung aller Zeiten“. Anders als Wettbewerber wie Alphabet/Waymo benötigt Tesla keine zusätzliche Hardware: Die Fahrzeuge sind bereits ausgerüstet, ein Software-Update reicht.
In den USA hat Tesla den Radius seines Robotaxi-Programms in Austin vor kurzem auf 243 Quadratmeilen ausgeweitet – fast dreimal so groß wie zuvor und deutlich mehr als Waymos Einsatzgebiet.
Sollte Israel die Zulassung erteilen, wäre das mehr als ein regionaler Erfolg: Es wäre ein Signal an andere Länder. Tesla hätte erstmals einen politischen Hebel im internationalen regulatorischen Wettbewerb um autonomes Fahren. Für Anleger könnte das ein Hinweis darauf sein, dass sich das FSD-Geschäftsmodell bald monetarisieren lässt – unabhängig vom klassischen Fahrzeugverkauf.
Tesla nähert sich damit einem Punkt, der für den Aktienkurs entscheidend sein könnte: Software statt Hardware, wiederkehrende Einnahmen statt Einmalverkäufe. Wenn Israel grünes Licht gibt, könnte daraus ein globaler Dominoeffekt werden.


