Ionos: Zwischen Herausforderungen und Wachstumschancen im KI-Zeitalter
Der Internetdienstleister Ionos, ein Tochterunternehmen des United-Internet-Konzerns, strebt trotz einiger Verzögerungen bei Kundenprojekten in diesem Jahr eine gesteigerte Profitabilität an. Der Webhoster hat seine Margenziele für 2025 angepasst, was allerdings im Hinblick auf die Börsenbewertung nicht auf positive Resonanz stieß. Obwohl das Management um CEO Achim Weiß für das Jahr 2026 einen erneuten Anstieg der Erlöse und des operativen Ergebnisses prognostizierte, reagierte die Aktie rückläufig und sank auf den tiefsten Stand seit Anfang April. Diese Entwicklung ließ sich bereits zuvor abzeichnen, da die im MDax notierte Aktie seit Mitte Oktober einem Abwärtstrend folgte. Am Mittwochnachmittag verzeichnete der Anteilsschein einen Rückgang von etwa einem Prozent und lag bei 25,75 Euro. Der Kursgewinn für das gesamte Jahr reduzierte sich aufgrund der jüngsten Schwächephase auf rund 18 Prozent.
Noch im August erlebte die Aktie mit über 43 Euro einen Höhenflug seit dem Börsengang im Februar 2023. Tobby Ogg von der US-Bank JPMorgan hatte bereits schwache Reaktionen auf die überarbeiteten Unternehmensziele für 2025 erwartet. Er merkte an, dass das Wachstum des Webhosters langsamer als gedacht abläuft. Auch wenn das Unternehmen durch höhere Profitabilität punkten kann, bleibt Wachstum für Investoren wichtiger.
In den Bereichen Web Presence, Productivity und Cloudgeschäft hinkte Ionos den eigenen Erwartungen leicht hinterher und erwartet nun ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum von sechs statt acht Prozent. Die EBITDA-Marge wird nun bei etwa 36,5 Prozent gesehen, im Vergleich zur vorherigen Prognose von rund 35 Prozent. Trotz dieser Anpassung bleibt das Gewinnziel unverändert: Ein Anstieg des bereinigten operativen Gewinns um circa 17 Prozent auf 480 Millionen Euro wird angestrebt. Der Bereich der Werbetechnologie (Adtech), der zum Verkauf steht, bleibt hiervon ausgenommen.
Im kommenden Jahr plant Ionos, ein Umsatzplus von sieben Prozent zu erzielen, unterstützt durch die verstärkten Bemühungen im Bereich Up- und Cross-Selling. Das stärkere Wachstumspotenzial soll durch weiterhin hohe Kundenakquise erreicht werden. In den ersten neun Monaten des Jahres 2023 gewann Ionos 210.000 neue Kunden hinzu. Laut Andrew Lee von Goldman Sachs entsprechen die revidierten Ziele für 2025 und die Prognose für 2026 den Erwartungen. Einige Anleger könnten jedoch Unsicherheiten in Bezug auf die Entwicklung Künstlicher Intelligenz (KI) herauslesen. Dennoch sieht Ionos beträchtliches Wachstumspotenzial durch bestehende und neue KI-Funktionen, die das Angebot ergänzen sollen.

