Investorengruppe plant milliardenschwere Übernahme von Electronic Arts
Die Aktie von Electronic Arts (EA) setzt ihren Aufwärtstrend fort, nachdem ein Konsortium aus Investoren ein Übernahmeangebot in Höhe von 55 Milliarden US-Dollar unterbreitet hat. Das Angebot bewertet die Aktie mit 210 Dollar und liegt damit 25 Prozent über dem jüngsten Schlusskurs. Hinter dem Kaufangebot stehen der saudi-arabische Staatsfonds Public Investments Fund (PIF) sowie die Investmentgesellschaften Silver Lake und Affinity Partners. Marktanalysten sehen keine wesentlichen regulatorischen Hürden für die Übernahme.
Am Montag kletterte die EA-Aktie erneut um 4,6 Prozent auf 202,26 Dollar mit einem Höchststand von 203,75 Dollar in Tagesverlauf. Bereits Ende der letzten Woche hatte die Aktie aufgrund von Übernahmegerüchten einen Sprung um 15 Prozent verzeichnet. Laut "Wall Street Journal" stehen die Entwickler von Erfolgsgames wie "Sports FC" und "Apex Legends" kurz vor einem möglichen Börsenabgang. Die Wirtschaftszeitung hatte bereits früh über die Höhe des Angebots berichtet.
Analyst Markus Leistner von der DZ Bank räumt mögliche politische Einflüsse aus den USA aus, die einen Deal stören könnten. Obwohl der vergleichbare Verkauf von Nippon Steel durch den damaligen Präsidenten Donald Trump blockiert wurde, rechnet Leistner aufgrund familiärer Verbindungen von Trumps Schwiegersohn Jared Kushner bei Affinity Partners nicht mit einer Blockade. Leistner empfahl postwendend, die Aktie zu verkaufen, nachdem er sie zuvor mit "Kaufen" bewertet hatte.
UBS-Analyst Christopher Schoell hob infolge der Übernahmepläne sein Kursziel von 167 auf 210 Dollar an, bleibt jedoch bei seinem neutralen Anlageurteil. Er sieht in der Spielebranche eine Konsolidierungswelle und betont die wachsende Bedeutung von Online-Franchises mit globaler Reichweite. Schoell erwartet, dass Take Two Interactive nach der EA-Übernahme der letzte börsennotierte AAA-Entwickler in den USA sein wird und von dieser Position profitieren dürfte; deren Aktienkurs stieg kürzlich um 1,2 Prozent.
Der saudi-arabische Staatsfonds, bereits mit knapp zehn Prozent an EA beteiligt, will durch den Erwerb seine Stellung im Sport- und Gaming-Sektor stärken. Die Verbindungen des Fonds erstrecken sich dank zahlreicher Sponsorverträge auf relevante Player wie Nintendo. Saudi-Arabien zeigt seine Ambitionen durch bedeutende Events wie die E-Sports-Weltmeisterschaft 2023 und die FIFA-Weltmeisterschaft 2034.

