Investorenblick auf KI-Investitionen großer Technologiekonzerne
In der Welt der Technologieinvestitionen wirft der jüngste Finanzbericht von Callodine Capital Management Gründer Jim Morrow Fragen auf: Ist der massive Kapitaleinsatz der Tech-Giganten in den Bereich Künstliche Intelligenz überambitioniert? Anleger sind besorgt, dass Abschreibungen die Aktienkurse belasten könnten, bevor die Investitionen Früchte tragen.
Morrow kritisiert, dass Alphabet, Amazon, Meta und Microsoft im laufenden Geschäftsjahr 311 Milliarden Dollar und bis 2026 beeindruckende 337 Milliarden Dollar in Kapitalausgaben investieren wollen. Die Folge: Ein Rückgang des freien Cashflows um 23% im ersten Quartal. Eine „Abschreibungs-Tsunami“ stehe bevor, da Investitionen in Halbleiter und Server rasch an Wert verlieren könnten.
Die Aktien der Konzerne wie Microsoft und Meta sind trotz dieser Herausforderungen auf Erfolgskurs. Seit der Aufhebung der globalen Trump-Zölle hat der Global X Artificial Intelligence & Technology ETF um 34% zugelegt, wobei Nvidia mit einem Plus von 49% und Meta mit 38% herausragen. Auch Microsoft glänzte mit einer Kurssteigerung von 33%.
Meta unter Mark Zuckerberg treibt das Vorhaben, "artificial general intelligence" zu entwickeln, entschlossen voran. Diese ehrgeizigen Projekte erfordern erhebliche Kapitalanlagen und beeinflussen damit direkt die Aktienmärkte. Das Augenmerk richtet sich jedoch vermehrt darauf, ob die Unternehmen nachhaltige Renditen auf ihre Investitionen vorweisen können.
Thema der Abschreibung ist omnipräsent: Alphabet und Meta verlängern gezielt die Nutzungsdauer technischer Infrastruktur, um Abschreibungen zu dämpfen. Microsoft folgt diesem Beispiel, während Amazon den entgegengesetzten Weg geht und die Nutzungsdauer reduziert. Morrow bleibt skeptisch: Falls die KI-Investitionen nicht im erhofften Maße profitabel werden, droht ein gewaltiger Ertragsrückgang – ein Szenario, das 2022 bereits zum Einbruch bei Technologiewerten führte.

