Intel-Aktie profitiert von positiver Analysten-Einschätzung und KI-Nachfrage
Optimistische Analysen haben der Aktie des US-amerikanischen Chipherstellers Intel einen deutlichen Schub verliehen. Das Unternehmen, das lange Zeit im Schatten ebenso starker wie aufstrebender Konkurrenten stand, scheint nun eine vielversprechende Erholungsphase durchzuleben. Anleger positionieren sich zunehmend auf ein Aufleben des Geschäfts.
Ein zentraler Treiber dieser Erholung ist die gestiegene Nachfrage nach Server-CPUs, die durch die Entwicklung von KI-Systemen angefacht wird. Frank Lee, Analyst bei der britischen Großbank HSBC, erhöhte daher das Rating der Aktie von "Reduce" auf "Hold" und steigerte sein Kursziel deutlich von 26 auf 50 US-Dollar. Auch Seaport Global Securities empfiehlt nun den Kauf der Aktie.
In einem allgemein schwachen Marktumfeld legte das Intel-Papier jüngst um nahezu 5 Prozent auf 49,25 US-Dollar zu, zeitweise kletterte es sogar auf 50,23 US-Dollar. Nichtsdestotrotz reichte es nicht, das Hoch vom vergangenen Donnerstag bei 50,39 US-Dollar zu übertreffen. Im Jahr 2026 ist die Aktie jedoch um bereits 33 Prozent gestiegen, während sie in den letzten vier Wochen über 40 Prozent verzeichnete; seit Mitte Dezember hat sie sich sogar verdoppelt.
HSBC-Experte Lee räumt ein, dass zunächst Unsicherheiten hinsichtlich der Kundenpipeline und der Herausforderungen in der Umsetzung von Managementzielen im Geschäftsbereich Intel Foundry bestanden. Mittlerweile ist er deutlich optimistischer, was die Perspektiven für das Kerngeschäft angeht. Er prognostiziert eine erheblich steigende Nachfrage nach Server-CPUs, beflügelt durch die Zunahme KI-basierter Anwendungen. Für 2026 rechnet Lee mit einem 15 bis 20 Prozent höheren Server-Auslieferungsvolumen im Vorjahresvergleich, weit über den Markterwartungen von 4 bis 6 Prozent.
Jay Goldberg von Seaport Global Securities äußert sich noch positiver und stuft die Aktie auf "Buy" hoch. Er sieht starke Signale bei PC-Produkten und bewertet die Aussichten für Intel Foundry mittlerweile günstiger. Er glaubt, Intel könne dieses Jahr im Enterprise- und vor allem im Consumer-Segment Marktanteile zurückgewinnen.
Intel hat sich bereits seit einiger Zeit wieder stabilisiert, begünstigt durch die milliardenschweren Investitionen Nvidias und Förderprogramme der US-Regierung. Darüber hinaus hat der Verkauf des Spezialanbieters Altera und ein rigoroser Sparkurs unter CEO Lip-Bu Tan die Unternehmensentwicklung unterstützt.
Einst dominierte Intel den Halbleitermarkt, litt dann jedoch unter Herausforderungen, insbesondere durch den Grafikkarten-Spezialisten Nvidia, der im Bereich der KI-Chips eine Spitzenposition einnahm. Auch das traditionelle Geschäft mit PC-Prozessoren und Chips für Rechenzentren stand unter Druck.

