Insa-Umfrage: Deutsche bewerten Merz-Regierung kritischer als Scholz – Zustimmung auf Tiefstand
Kanzlervergleich: Scholz vor Merz
Auf die Frage, ob die neue schwarz-rote Bundesregierung ihre Arbeit besser mache als das frühere Ampelbündnis, zeigen sich viele Bürger skeptisch.
Im direkten Kanzlervergleich ergibt sich folgendes Bild:
- 35 Prozent sehen Olaf Scholz vorne
- 22 Prozent bescheinigen Friedrich Merz eine bessere Arbeit
- 33 Prozent erkennen keinen Unterschied
Damit gewinnt aus Sicht der Befragten der frühere SPD-Kanzler das Duell gegen seinen Nachfolger – ein unerwartetes Ergebnis angesichts der Wahlniederlage der Ampel im Februar 2025.
Minister-Ranking: Mehrere Amtsinhaber schneiden schwächer ab
Auch im Kabinett selbst zeigen sich deutliche Unterschiede zur Vorgängerregierung.
- Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) erreicht 19 Prozent Zustimmung, ihr Vorgänger Robert Habeck kam auf 27 Prozent.
- Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) liegt mit 22 Prozent hinter Christian Lindner, der 24 Prozent erzielt.
- Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) kommt auf 17 Prozent, während Karl Lauterbach von 23 Prozent positiv bewertet wird.
Zwei Minister bilden jedoch Ausnahmen:
- Außenminister Johann Wadephul (CDU) erreicht 29 Prozent Zustimmung und liegt damit deutlich vor Annalena Baerbock (19 Prozent).
- Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) erzielt 25 Prozent und übertrifft damit Nancy Faeser (20 Prozent).
Für die Insa-Erhebung wurden 1001 Personen zwischen dem 13. und 16. Februar befragt.
Strategische Debatte in der Union
Parallel zeigt eine Forsa-Umfrage eine interessante parteistrategische Dimension. Demnach glauben 54 Prozent der Deutschen, dass die CDU mit einem moderateren „Mitte-Kurs“ – wie unter Angela Merkel – bessere Wahlergebnisse erzielen würde.
32 Prozent halten hingegen den aktuellen, stärker konservativ geprägten Kurs von Merz für erfolgversprechender.
Innerhalb der eigenen Wählerschaft genießt der Parteichef allerdings Rückhalt: 60 Prozent der CDU-Anhänger unterstützen den derzeitigen Kurs, nur 34 Prozent wünschen sich eine Rückkehr zur Merkel-Linie.
Politisches Klima bleibt angespannt
Die Zahlen verdeutlichen ein strukturelles Problem für die Bundesregierung. Trotz Regierungswechsel ist es bislang nicht gelungen, breite Zufriedenheit zu erzeugen. Das öffentliche Meinungsbild ist fragmentiert, die Zustimmung volatil.
Ein Jahr nach der Bundestagswahl bleibt die politische Großwetterlage angespannt.
Für Friedrich Merz bedeutet das: Der Handlungsspielraum wird nicht nur durch parlamentarische Mehrheiten bestimmt, sondern zunehmend durch die Erwartungshaltung einer kritischen Öffentlichkeit.


