Innovative Transmutation: Ein Durchbruch in der Abfalltechnik
Eine neue Studie unter der Leitung der TU München und des TÜVs bringt Hoffnung in die Debatte um die Entsorgung radioaktiver Abfälle. Durch die Einrichtung einer sogenannten Transmutationsanlage könnten diese Abfälle in weniger gefährliche Elemente umgewandelt werden. Dieses ambitionierte Projekt, das von der Bundesagentur für Sprunginnovationen SPRIND initiiert wurde, sieht die mögliche Nutzung eines der stillgelegten deutschen Atomkraftwerke als Standort für die Pilotanlage vor.
Die Methode der Transmutation verspricht, die Intensität der Strahlung merklich zu reduzieren und die Dauer erheblich zu verkürzen. Hierbei werden Atomkerne aus alten Brennstäben mit Neutronen beschossen, wodurch sie zerfallen und weniger schädliche Elemente entstehen. Über die bloße Umwandlung hinaus könnte das Projekt auch wertvolle Materialien aus den abgebrannten Brennelementen rückgewinnen, darunter Uran sowie die geschätzten Edelmetalle Rhodium und Ruthenium.
Neben den Edelmetallen könnten ebenso Edelgase wie Xenon und Krypton sowie die Elemente Cäsium und Strontium gewonnen werden, die in Medizin und Forschung großen Nutzen haben. Interessanterweise würde der Prozess auch erhebliche Mengen Wärme liefern, die idealerweise in Fernwärme-Netze eingespeist werden könnte.
Die Experten gehen davon aus, dass die Transmutationsanlage des Schweizer Unternehmens Transmutex als Prototyp dienen könnte. Die Anlage könnte an einem der 16 potenziellen Zwischenlagerplätze errichtet werden, was logistische Vorteile bietet. Nicht nur die Baukosten von geschätzten 1,5 Milliarden Euro könnten durch den Nutzen des Projekts wettgemacht werden, sondern auch jährliche Profite durch den Verkauf wertvoller Elemente und der Prozesswärme sind zu erwarten.
Die Umwandlung der Abfälle eines Untersuchungsstandortes wäre innerhalb der Mindestbetriebsdauer von 50 Jahren realisierbar, mit dem vielversprechenden Ergebnis, die Strahlungsdauer von einer Million Jahre auf etwa 800 Jahre zu reduzieren.

