Innovationsantrieb statt Betonpolitik: Gründer plädieren für zukunftsorientierte Strategien
Milliardenschwere Investitionen in Verteidigung und Infrastruktur allein genügen nicht, so der Appell von 111 Unternehmern, Gründern und Managern an die Politik. Die Forderung: Eine politische Ausrichtung, die entschlossen auf Innovation und Start-ups setzt. Im Schreiben, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, argumentieren die Unterzeichner, dass echte Zukunftssicherheit mehr verlange als Investitionen in Militär und Bauwesen.
Obwohl die von SPD und Union geplante Investitionsoffensive für Verteidigung und Infrastruktur richtig sei, greifen die bisherigen Pläne laut Initiatoren zu kurz. Der Weg zu europäischer Souveränität führe nicht nur über die Förderung etablierter Industrien, sondern müsse vielmehr die Themen Innovationsoffenheit und wirtschaftlichen Fortschritt ins Zentrum der Regierungsagenden rücken.
Namhafte Unterstützer wie Unternehmensberater Roland Berger, Airbus-Verwaltungsrat René Obermann und Brigitte Mohn, Vorstandsmitglied der Bertelsmann Stiftung, haben sich dem Appell ebenso angeschlossen wie führende Köpfe der Start-up-Szene inklusive Jochen Engert von Flix, David Schneider von Zalando und Erik Podzuweit von Scalable Capital.
Verena Pausder, die Vorsitzende des Startup-Verbands, betont die Notwendigkeit einer kohärenten Strategie für eine starke Wirtschaft. Zukunftstechnologien wie Kernfusion, Quantencomputing und Space Tech sollten gefördert werden. Konkrete Maßnahmen beinhalten Anreize für Wagniskapitalgeber, vereinfachte Zuwanderung für internationale Fachkräfte und fairere Wettbewerbsbedingungen für Start-ups in Europa.
Trotz Wachstums in den letzten Jahren leidet die deutsche Gründerbranche unter fehlendem Wagniskapital, während der Druck aus China und den USA steigt, wo enorme Summen in Künstliche Intelligenz investiert werden.
Kritik richtet sich auch gegen die Bürokratie. Eine digitalisierte Verwaltung, die schnelle Firmengründungen ermöglicht, sei unerlässlich. Der Staat solle innovative Hemmnisse abbauen und eine eigene Daten- und Digitalstrategie verfolgen, um digitale Souveränität zu gewährleisten.
Zum Schluss appelliert die Initiative an den Staat, Gründungen im universitären Umfeld zu fördern, um wissenschaftliche Erkenntnisse in Geschäftsmodelle zu transformieren.

