ING trotzt leichten Gewinnrückgang mit KI-Innovation
Die niederländische Großbank ING konnte im vergangenen Jahr einen leichten Rückgang ihres Gewinns verzeichnen. Aufgrund eines starken Schlussquartals verringerte sich der Überschuss um lediglich ein Prozent auf 6,3 Milliarden Euro und übertraf damit die Erwartungen der Analysten. Dieser Erfolg hat jedoch an der Börse nur zu einem geringen Kursplus von 0,2 Prozent geführt.
Während der Zinsüberschuss der Bank um mehr als zwei Prozent auf 14,7 Milliarden Euro gesunken ist, konnten die Einnahmen durch einen erheblichen Anstieg des Provisionsüberschusses um fast zwei Prozent auf über 23 Milliarden Euro gesteigert werden. Diese Mehreinnahmen wurden jedoch durch den Anstieg der Betriebskosten um knapp vier Prozent und höhere Rückstellungen für Kreditausfälle aufgezehrt. Dennoch konnte die Bank ihre Eigenkapitalrendite leicht verbessern, was zu ehrgeizigen Zielen führte: Eine Rendite von mehr als 14 Prozent für 2026 und über 15 Prozent für 2027 wird angestrebt.
Auch die deutsche Tochtergesellschaft der ING meldete einen weiteren Gewinnrückgang für 2025, trotz eines Anstiegs der Privatkundenzahl auf 10,1 Millionen. Der Gewinn sank von 1,4 auf 1,3 Milliarden Euro.
Spannende Fortschritte kündigte ING Deutschland in der Baufinanzierung an, wo durch den Einsatz künstlicher Intelligenz die Zeit für Kreditzusagen drastisch verkürzt werden soll. Ab Frühjahr könnten Finanzierungen innerhalb von 30 Minuten geprüft und bewilligt werden, anstatt der bisherigen sechs Tage. Die "Instant Baufi" soll zunächst exklusiv über die Tochter Interhyp verfügbar sein und ein menschlicher Faktor bleibt trotz KI stets entscheidend.
Im Vorjahr verzeichnete die ING Deutschland einen Anstieg des Neugeschäfts im Bereich Baufinanzierung um 30 Prozent auf 14,4 Milliarden Euro, wobei zwei Drittel der Geschäfte durch Interhyp vermittelt wurden.

