Infrastruktur-Herausforderungen: Sanierungsarbeiten legen zentrale Bahnstrecken in Baden-Württemberg lahm
Die Bahn in Baden-Württemberg sieht sich kurz vor dem Osterreiseverkehr mit umfangreichen Herausforderungen konfrontiert. Zwei essenzielle Strecken werden für Sanierungsarbeiten zeitnah gesperrt, was Reisende auf längere Fahrzeiten und Zugausfälle einstellt.
Zwischen Mannheim und Stuttgart ruht der Verkehr auf der Schnellbahnstrecke vom 17. April bis zum 6. Juni. Hierbei werden alle Verkehrsarten umgeleitet, was zu einer Verlängerung der Fahrzeiten um bis zu 40 Minuten führen kann. Einige Verbindungen fallen dabei komplett aus.
Die Rheintalbahn zwischen Karlsruhe und Basel wird von 18. April bis 27. April unpassierbar. Fernzüge enden aus nördlicher Richtung kommend in Baden-Baden oder gelegentlich in Karlsruhe. Weiterreisende Richtung Freiburg oder Schweiz müssen auf von der Bahn bereitgestellte Ersatzbusse umsteigen. Hierdurch verlängert sich die Fahrzeit empfindlich.
Auch der Nahverkehr entlang der Rheintalbahn bleibt nicht verschont. Einige Abschnitte sind nur eingeschränkt befahrbar, teils steht für den Verkehr lediglich ein Gleis bereit. Abends und nachts sind zusätzliche Einschränkungen zu erwarten.
Bemerkenswert: Fahrräder bleiben in den Ersatzbussen außen vor. Die Bahn setzt täglich 100 bis 130 Busse ein, um trotz der Bauarbeiten Reisende ans Ziel zu bringen. Die Arbeiten zwischen Mannheim und Stuttgart basieren auf Problemen innerhalb des Freudensteintunnels bei Knittlingen. Ein Anhydrit-haltiges Gestein führt hier zu enormem Sanierungsbedarf.
Auf der Rheintalbahn stehen Gleis- und Weichenerneuerungen sowie Untergrundarbeiten an. Die Arbeiten sind Teil des kostspieligen Ausbaus der Strecke von zwei auf vier Gleise, insbesondere zwischen Karlsruhe und Basel. Traditionell werden die Osterfeiertage für solche Instandsetzungsarbeiten genutzt, da die Anzahl der Reisenden reduziert ist.
Trotzdem empfiehlt die Bahn dringend, Sitzplätze zu reservieren und eventuell auf weniger frequentierte Verbindungen auszuweichen. Detlef Neuß vom Fahrgastverband Pro Bahn betont die Notwendigkeit der Arbeiten, die lange überfällig seien. Abschließend der Ratschlag an alle Reisenden: Ausreichend Verpflegung einpacken, Bücher und Unterhaltungsgeräte nicht vergessen und bei Reisen mit Kindern die Spielesammlung einpacken.

