Inflationssorgen belasten Zinssenkungserwartungen der Fed
Die kommenden Inflationsdaten rücken nach jüngsten Anzeichen einer unerwartet robusten Wirtschaft verstärkt in den Fokus der Finanzwelt. Laut einer Umfrage unter Wirtschaftsexperten rechnen Analysten damit, dass der Personal Consumption Expenditures (PCE) Index, ein von der Federal Reserve präferiertes Inflationsmaß, im August um 2,7% gestiegen ist, verglichen mit 2,6% im Juli. Der Kern-PCE, der volatile Nahrungsmittel- und Energiekosten ausklammert, wird unverändert bei 2,9% im Jahresvergleich erwartet.
Die Fed steht vor der Herausforderung, zwischen der Unterstützung des Arbeitsmarktes durch Zinssenkungen und der Bekämpfung der Inflation abzuwägen. Die Veröffentlichung der Inflationsdaten am Freitag könnte die Zinssenkungserwartungen beeinflussen, vor allem angesichts der robusten Wirtschaftsdaten dieser Woche. Vor allem der überraschend positive Anstieg des BIP im zweiten Quartal und der Rückgang der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe könnten die Dynamik verändern.
Sollten die Inflationszahlen höher als prognostiziert ausfallen, könnte dies die Notwendigkeit unterstreichen, die Zinsen länger hoch zu halten. Dies würde die Kreditkosten beeinflussen und die Renditen auf Sparinstrumente wie CDs und hochverzinsliche Sparkonten hoch halten. Dennoch betonen Fed-Vertreter, dass der Arbeitsmarkt derzeit mehr Sorge bereitet als die Inflation.
Ökonomen prognostizieren für das laufende Jahr einen moderaten Inflationsanstieg, getrieben durch Zollerhöhungen auf Importe. Im Gegensatz dazu könnten die Preise in Bereichen wie Mieten langsamer steigen. Laut David Mericle von Goldman Sachs könnte die Inflation bis Dezember auf 3,2% klettern, bevor sie ab 2026 wieder sinkt.
Richard Flax von Moneyfarm und Jeffrey Schmid von der Kansas City Fed betonen, dass die aktuelle Inflationsrate oberhalb des Fed-Ziels von 2% bleibt, was gegen signifikante Zinssenkungen in der nahen Zukunft sprechen könnte. Die Marktschätzungen für einen Zinsschnitt im Oktober sanken zuletzt von 92% auf 85,5%, basierend auf den Daten des CME Group FedWatch-Tools.
Sollten die Inflationszahlen am Freitag höher als erwartet ausfallen, könnte dies die Finanzmärkte belasten. Daniela Sabin Hathorn von Capital.com merkt an, dass konkrete Beweise für eine nachlassende Inflation notwendig sind, um den Markt zu stabilisieren. Höhere Inflationszahlen könnten die Aktienmärkte negativ beeinflussen.

