Inflationsschub in Großbritannien: Überraschende Wende sorgt für Kursgewinne des Pfunds
Die britische Wirtschaft sieht sich mit einer beschleunigten Inflation konfrontiert, die überraschend den höchsten Stand seit anderthalb Jahren erreicht hat. Das nationale Statistikamt ONS verkündete jüngst, dass die Verbraucherpreise im Juni im Jahresvergleich um 3,6 Prozent gestiegen sind. Noch im Mai lag die Teuerungsrate bei 3,4 Prozent. Diese unerwartete Entwicklung traf die Analysten, die von einer gleichbleibenden Jahresrate ausgegangen waren, völlig unvorbereitet.
Besonders brisant ist, dass die Inflation deutlich über der von der Bank of England angestrebten Zielmarke von 2 Prozent verläuft. Die geldpolitische Entscheidung der Bank im August wird nun mit großer Spannung erwartet, da sie auf die veränderten wirtschaftlichen Bedingungen reagieren muss.
Betrachtet man die Monatsentwicklung, so zeigt sich auch hier ein stärkerer Preisanstieg als ursprünglich angenommen. Der Juni brachte einen Anstieg von 0,3 Prozent im Vergleich zum Vormonat, wobei Experten lediglich mit einem Zuwachs von 0,1 Prozent gerechnet hatten. Unter den Hauptverursachern des Preisanstiegs nennen die Statistiker vor allem die erhöhten Kraftstoffkosten sowie gestiegene Ausgaben für Wohnen und Haushaltsdienstleistungen.
Auch die Kerninflationsrate, die volatilere Preise wie Energie und Lebensmittel ausklammert, setzte ihren Aufwärtstrend fort. Diese erreichte im Juni 3,7 Prozent, nachdem sie im Vormonat bei 3,5 Prozent lag. Der Devisenmarkt reagierte prompt: Das britische Pfund legte gegenüber dem US-Dollar nach Bekanntwerden der Daten zu und verzeichnete einen Tageshöchststand.

