Inflation und Arbeitsmarkt: Ein Balanceakt für die US-Wirtschaft
Die Lebenshaltungskosten in den USA steigen weiter an, während der Arbeitsmarkt mit Unsicherheiten kämpft – eine komplexe wirtschaftliche Gemengelage, die sich als schwer heilbar erweisen könnte.
Laut den jüngsten Daten des U.S. Bureau of Labor Statistics verzeichneten die Verbraucherpreise im August einen Anstieg von 0,4%, was die jährliche Inflationsrate auf 2,9% hochtrieb – den höchsten Stand seit Januar. Insbesondere stiegen die Preise für Lebensmittel zu Hause um 0,6% und die Benzinpreise kletterten um 1,9%, während sie im Vormonat noch gesunken waren.
Ökonom Dean Baker vom Center for Economic and Policy Research führt einige dieser Kostensteigerungen auf die Politik von Präsident Donald Trump zurück, einschließlich strenger Einwanderungsreformen und hoher Zölle. Dies macht sich insbesondere bei frischen Lebensmitteln bemerkbar, deren Preise deutlich anzogen.
Neben politischen Entscheidungen spielen natürlich auch allgemeine Faktoren wie Nachfrage, Klima und globale Entwicklungen eine Rolle bei den steigenden Lebensmittelpreisen. Gleichzeitig bleibt das Wachstum der inflationsbereinigten Stundenlöhne mit 0,7% im August das geringste seit über einem Jahr.
Die Unsicherheiten um den Arbeitsmarkt lasten zusätzlich auf den Konsumaussichten. Trotz eines leichten Anstiegs der Arbeitslosenquote und einer der größten wöchentlichen Zunahmen bei Arbeitslosenansprüchen bleibt die Arbeitslosigkeit insgesamt auf historisch stabilem Niveau. Marktteilnehmer rechnen mit einer Zinssenkung durch die Federal Reserve, doch inwieweit dies den steigenden Preisen entgegenwirken könnte, bleibt unklar.
Spekuliert wird darüber, dass die Notenbank in der kommenden Woche die Zinsen senkt, um das Vertrauen der Unternehmen zu stärken. Wenn die Inflation weiter steigt, wird die Fed vor der Herausforderung stehen, zwischen ihrem Mandat für Vollbeschäftigung und Preisstabilität abzuwägen.

