Integration ausländischer Frauen als Schlüssel zur Fachkräftesicherung

Eine neue Untersuchung des Kompetenzzentrums Fachkräftesicherung (Kofa) am arbeitgebernahen Institut der deutschen Wirtschaft zeigt auf, dass arbeitslose, ausländische Frauen ein bedeutendes Potenzial zur Reduzierung des Fachkräftemangels in Deutschland darstellen. Studienautorin Lydia Malin betont, dass die ca. 530.000 betroffenen Frauen zügig in den Arbeitsmarkt integriert werden sollten, um den Bedarf insbesondere in Engpassberufen wie der Alten-, Gesundheits- und Krankenpflege sowie der Kinderbetreuung zu decken.
Interessanterweise sind Ausländerinnen im Durchschnitt jünger als ihre deutschen Kolleginnen, was positive Effekte zur Abmilderung des demografischen Wandels verspricht. Gemäß der Studie waren im Jahr 2024 über 40 Prozent aller Arbeitnehmerinnen in Deutschland in von Fachkräftemangel betroffenen Berufen tätig. Insgesamt steht dem deutschen Arbeitsmarkt eine signifikante Anzahl von 1,3 Millionen arbeitslosen Frauen zur Verfügung, wie Kofa berichtet.
Unternehmen werden in der Studie ermutigt, gezielt ausländische Frauen anzusprechen und ihnen flexible Arbeitszeitmodelle sowie Unterstützung bei der Kinderbetreuung anzubieten. Diese Maßnahmen scheinen besonders notwendig, da etwa ein Drittel der Frauen aufgrund familiärer Verpflichtungen eine reduzierte Stundenzahl anstrebt.
Ein strategischer Fokus auf die Anwerbung überqualifizierter ausländischer Frauen könnte in Berufen mit Fachkräftemangel Wunder wirken. Oftmals hindern nicht anerkannte Abschlüsse oder die Vereinbarkeit von Beruf und Betreuungspflichten qualifizierte Frauen daran, eine adäquate Anstellung zu finden. Arbeitgeber sollten laut Malin Optionen für zusätzliche Fort- oder Nachqualifizierungen in Betracht ziehen, um Qualifikationsunterschiede zu überbrücken. Dies könnte dazu beitragen, die Lücken in Berufen wie Verkauf, Buchhaltung und medizinische Assistenz signifikant zu schließen.

