Infineon steigert Investitionen: KI-Boom als Wachstumstreiber
Der Münchener Halbleiterspezialist Infineon erfreut sich eines bemerkenswerten Wachstums dank des anhaltenden KI-Booms. Ungeachtet eines insgesamt schwierigen Marktumfelds konnte der DAX-notierte Konzern in seinem ersten Geschäftsquartal sowohl Umsatz als auch Gewinn gegenüber dem Vorjahreszeitraum steigern, eine Leistung, die vor allem der starken Nachfrage im Bereich künstliche Intelligenz zu verdanken ist, wie Vorstandsvorsitzender Jochen Hanebeck erklärte. Er plant nun, die Investitionen in diesem Segment schneller voranzutreiben als ursprünglich vorgesehen.
Im ersten Quartal seines Geschäftsjahres, das im Oktober begann, erzielte Infineon einen Nettogewinn von 256 Millionen Euro, ein Anstieg von vier Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um sieben Prozent auf 3,66 Milliarden Euro. Diese positive Entwicklung ist nicht nur dem Bereich Power & Sensor Systems zuzuschreiben, sondern auch einer Erholung im Automobilgeschäft, der größten Sparte des Unternehmens.
Angesichts der dynamischen Nachfrage im KI-Sektor plant Infineon, die Investitionen im laufenden Geschäftsjahr um eine halbe Milliarde Euro auf insgesamt 2,7 Milliarden Euro zu erhöhen. Ein Großteil dieser Investitionen fließt in den schnelleren Hochlauf der neuen Smart Power Fab in Dresden, die bereits im Sommer eröffnet werden soll – ein Ereignis, das Vorstandschef Hanebeck als „genau zum richtigen Zeitpunkt“ bezeichnete.
Für das laufende Jahr prognostiziert Infineon moderat steigende Umsätze, erwartet jedoch eine Verlangsamung des Wachstums im wichtigen Automobilsektor, insbesondere aufgrund einer zurückhaltenden Nachfrage im Bereich Elektromobilität. Im Gegensatz dazu soll der Bereich Power & Sensor Systems überdurchschnittlich stark wachsen. Diese Prognose basiert jedoch auf einem Wechselkurs von 1,15 US-Dollar zum Euro, was einen leichten Rückgang zum letzten Kurs darstellt. Ein schwächerer Dollar stellt in der Regel eine Hürde für Infineons Geschäft dar, was im vergangenen Quartal erneut spürbar war. Nicht eingerechnet in die Prognose ist die kürzliche Übernahme eines Teils des Sensorgeschäfts von ams Osram für 570 Millionen Euro, die der Konzern am Dienstagabend verkündete.

