Industriestrompreis als Wegbereiter für Wettbewerbsfähigkeit
Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) begrüßt die kürzlich erzielte Einigung auf einen Industriestrompreis als bedeutende Unterstützung, obwohl noch offene Fragen bestehen. Holger Lösch, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des BDI, betont, dass das Maßnahmenpaket besonders energieintensiven Unternehmen hilft, ihre Wettbewerbsfähigkeit auf internationaler Ebene zu sichern. Entscheidend sei jedoch, dass die Europäische Union der deutschen Regierung hinreichend Spielraum in der Gestaltung des Industriestrompreises gewährt, um die Kosten für eine breite Palette dieser Unternehmen spürbar zu senken. Zudem solle der Zugang zur Strompreiskompensation für weitere Unternehmen geöffnet werden.
Lösch hebt ferner hervor, dass die Priorisierung der Kraftwerksstrategie durch die Bundesregierung ein richtiger Schritt ist, um langfristig verlässliche Stromversorgung zu garantieren. Der Industriestrompreis sowie damit verbundene Entlastungen sind seiner Ansicht nach lediglich als Übergangslösung zu betrachten. Entschlossene Reformen im Energiesystem seien unumgänglich, um die Energiewende effizient voranzutreiben und Milliarden einzusparen.
In der schwarz-roten Koalition wurden neben dem Industriestrompreis auch andere wirtschaftspolitische Projekte wie eine Kraftwerksstrategie und eine Senkung der Ticketsteuer beschlossen. Ab dem 1. Januar 2026 soll ein staatlich geförderter, reduzierter Industriestrompreis bis 2028 eingeführt werden. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) nennt dabei einen Zielpreis von 5 Cent pro Kilowattstunde, der insbesondere für stromintensive Unternehmen in internationalen Wettbewerbsbranchen wie der Stahl- und Chemieindustrie gilt.

