Industrielle Viehzucht: Eine unterschätzte Klimabedrohung
Eine umfassende internationale Studie hebt die industrielle Viehzucht als eine der zentralen und dennoch oft vernachlässigten Ursachen für die Klima- und Biodiversitätskrise hervor. Die Analyse, veröffentlicht in der Fachzeitschrift Animals, vereint Erkenntnisse von 47 internationalen Untersuchungen und kommt zu dem Schluss, dass eine drastische Reduzierung der Tierproduktion sowie eine Umstellung auf pflanzliche Ernährungssysteme entscheidend sind, um die weltweit gesetzten Klimaziele erreichen zu können.
Aktuelle Berechnungen zeigen einen beachtlichen Einfluss dieses Sektors auf die globale Erwärmung, wobei die Viehzucht über 50 Prozent der heutigen Erderwärmung verursacht. Trotz der enormen Landnutzung, über 80 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen, liefert die Viehzucht gerade einmal 18 Prozent der konsumierten Kalorien. Zudem ist der Sektor maßgeblich für Umweltprobleme wie Eutrophierung und Bodenversauerung verantwortlich.
In schnell wachsenden Regionen, vor allem den Schwellenländern, könnten die Emissionen dramatisch ansteigen, wenn keine Kurskorrektur erfolgt. Die Forscher plädieren für eine Umstellung hin zu pflanzlicher Ernährung, die nicht nur Treibhausgasemissionen reduzieren soll, sondern auch positiven Einfluss auf Wälder und Süßwassersysteme nimmt.
Regierungen weltweit werden aufgefordert, in ihren Klimaaktionsplänen konkrete Ziele zur Senkung des Konsums tierischer Produkte zu formulieren. Nur mit solcherlei Maßnahmen könne das Ziel, die globale Erwärmung unter 2 °C zu halten, erreichbar erscheinen.
Diese Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit, der Tierhaltung auf globalen Klimadiskussionen wie der COP30 mehr Beachtung zu schenken. Ohne eine signifikante Veränderung in der Viehzucht wird es immer schwieriger, die anvisierten Klima- und Nachhaltigkeitsziele zu realisieren.

