Industrielle Konjunkturimpulse drücken auf Bundesanleihen
Die Entwicklung auf dem Markt für deutsche Staatsanleihen zeigte sich am Donnerstag von den unerwartet positiven Konjunkturdaten beeinflusst. Der Euro-Bund-Future, ein essenzieller Indikator für die Anleihekonditionen, verzeichnete einen leichten Rückgang und sank im Vormittagshandel um 0,10 Prozent auf 127,88 Punkte. Diesem Kursverfall stand eine gestiegene Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe gegenüber, die nun bei 2,86 Prozent liegt. Interessanterweise fanden sich positive Signale aus der deutschen Industrie, die auf ein mögliches Ende der gegenwärtigen Krise hindeuteten.
Insbesondere zeigten die jüngsten Zahlen, dass die Industriebetriebe im November deutlich mehr Aufträge generierten als im Vormonat. Eine beachtliche Zunahme von 5,6 Prozent beim Auftragseingang überraschte jene Analysten, die ursprünglich einen Rückgang vorgesehen hatten. Jens-Oliver Niklasch, Analyst der Landesbank Baden-Württemberg, wertete die Entwicklungen als 'echtes Zeichen für eine mögliche Trendwende'. Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank, unterstrich diese Einschätzung und nannte die Industriezahlen eine 'Konjunkturüberraschung'.
Die Marktreaktionen spiegeln eine Gegenbewegung wider, die leicht an den Kurszuwächsen der letzten Tage anknüpft. Diese Sitzungen waren durch Spekulationen über eine mögliche Zinssenkung der Europäischen Zentralbank gestützt worden, die sich aus einer rückläufigen Inflation ergaben und den Anleihekursen zu Schub verhalfen.

