Industrie warnt vor Abhängigkeit von China bei seltenen Erden
Die deutsche Industrie schlägt Alarm angesichts der drohenden Abhängigkeit von China bei seltenen Erden, ohne die zahlreiche Schlüsseltechnologien der westlichen Welt nicht auskommen könnten. Laut Stefan Steinicke, Rohstoffexperte beim Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), hat China bemerkt, dass es seine monopole Stellung bei diesen Rohstoffen nutzen kann, um Europa Zugeständnisse abzuringen. Diese Rohstoffe sind essenziell für die Hightech-Industrien etwa in der Automobilbranche oder im Maschinenbau, da sie in wichtigen Komponenten wie Sensoren und Elektromotoren verwendet werden.
Chinas restriktive Exportpolitik erschwert den Aufbau strategischer Rohstoffreserven in anderen Ländern erheblich. Peking kann jedoch jederzeit den globalen Markt mit einer Flut von seltenen Erden überschwemmen und so die Rohstoffpreise massiv nach unten drücken. Für westliche Unternehmen ergeben sich dadurch erhebliche Investitionsrisiken beim Ausbau und der Verarbeitung von seltenen Erden. Ohne staatliche Unterstützung scheint der Aufbau dieser Kapazitäten kaum realisierbar, und Deutschlands Fortschritte in dieser Hinsicht bleiben überschaubar.
Die Kontrollen der chinesischen Regierung werden mit der doppelten Verwendungsmöglichkeit der Rohstoffe als zivile und militärische Güter gerechtfertigt. Während diese Maßnahmen ursprünglich als Reaktion auf den Handelskonflikt mit den USA eingeführt wurden, betreffen sie auch europäische Unternehmen. Der langsame Genehmigungsprozess des chinesischen Handelsministeriums sorgt für Unsicherheit und Produktionsstillstände bei betroffenen Firmen außerhalb Chinas, obwohl es Anträge, zum Beispiel von EU-Unternehmen, bereits genehmigt hat und den Prozess beschleunigen möchte.

