Indien und Pakistan: Angespanntes Kräftemessen in Kaschmir
Indiens Militär meldet einen erfolgreichen Schlag gegen terroristische Gruppen in Pakistan und dem pakistanisch verwalteten Teil Kaschmirs. Laut Rajiv Ghai, dem Leiter der Militäroperationen, wurden bei Luftangriffen über 100 mutmaßliche Terroristen, darunter auch führende Figuren extremistischer Organisationen, die für zuvor verübte Anschläge auf indischem Boden verantwortlich gemacht werden, getötet. Insgesamt neun Einrichtungen seien zielgenau zerstört worden, wobei alle eingesetzten Piloten sicher heimgekehrt seien. Dennoch bleiben einige Details, wie die genaue Anzahl der beteiligten Kampfjets, ungenannt und die Darstellungen Ghais sind bislang unabhängig nicht überprüfbar.
Der Hintergrund dieser militärischen Eskalation war ein verheerender Anschlag im indisch kontrollierten Teil Kaschmirs, bei dem am 22. April 26 Menschen, überwiegend indische Touristen, ums Leben kamen. Neu-Delhi vermutet die Unterstützung Pakistans, das diese Behauptungen jedoch kategorisch zurückweist. Die folgende militärische Antwort Indiens führte zu weiteren Gefechten und wechselseitigen Luftangriffen in den Grenzregionen. Trotz einer am Samstag verkündeten Waffenruhe beschuldigte Indien seinen Nachbarn rasch, diese mehrfach gebrochen zu haben, was prompt von Pakistan dementiert wurde.
Am Sonntagmorgen soll es noch zu vereinzelten Schusswechseln entlang der westlichen Grenze gekommen sein, doch die Lage beruhigte sich im Tagesverlauf. Für Montag ist ein Treffen führender Vertreter der beiden Atommächte geplant, um über die Details der Waffenruhe zu diskutieren. Die Spannungen zwischen den beiden Ländern, die sich seit ihrer Unabhängigkeit mehrere Kriege um die strategisch wichtige Region Kaschmir geliefert haben, bleiben jedoch hoch.

