Investmentweek

Illegale Chip-Deals? Malaysia unter Verdacht

01. April 2025, 07:00 Uhr · Quelle: InvestmentWeek
Die USA erhöhen den Druck auf Malaysia, mutmaßlich umgeleitete NVIDIA-Chips an China zu unterbinden. Die Anschuldigungen erschüttern den globalen Halbleitermarkt – und belasten die NVIDIA-Aktie.

Ein geheimer Umweg für Chinas Chipbedarf?

Mitten im Handelskrieg zwischen den USA und China öffnet sich eine neue Front – diesmal in Südostasien. Malaysia, bislang vor allem bekannt als aufstrebender Standort für Rechenzentren, rückt plötzlich ins Zentrum geopolitischer Machtspiele.

Der Verdacht: Über Zwischenhändler könnten von den USA sanktionierte High-End-Chips von NVIDIA ihren Weg doch noch nach China finden – über die Hintertür.

Was nach einem Plot aus einem Politthriller klingt, ist für US-Behörden längst realer Ernst. Laut Malaysias Handelsminister Tengku Zafrul Aziz fordern die Vereinigten Staaten strengere Kontrollen für jede NVIDIA-Lieferung, die das Land erreicht.

Der Verdacht: Die Chips könnten nicht wie vorgesehen in malaysischen Rechenzentren landen, sondern durch Drittfirmen heimlich weiter nach China verschifft werden.

„Sie wollen jede Lieferung überwachen“

In einem Interview mit der Financial Times spricht Zafrul Klartext: Die Amerikaner verlangen nicht weniger als eine lückenlose Überwachung der gesamten Lieferkette – von der Ankunft der Chips bis zu ihrem finalen Einsatzort. Die Rede ist von einer Art digitalem Tracking für Hochleistungshalbleiter.

„Sie wollen sicherstellen, dass Server dort landen, wo sie hingehören – und nicht plötzlich in einem anderen Hafen auftauchen“, so Zafrul.

Das Problem dabei: In der Praxis ist eine solche Kontrolle nahezu unmöglich.

Zafrul räumt offen ein, wie schwer die Umsetzung ist: „Es klingt einfach, aber es ist es nicht.“ In einem Land mit florierendem Umschlaghandel, dutzenden Free-Trade-Zonen und komplexen Lieferketten kann eine Kiste mit Servern schnell „verschwinden“.

Singapur: Verhaftungen und Millionenbetrug

Noch weiter ist man offenbar in Singapur – und das nicht im positiven Sinn. Dort wurden laut Reuters bereits mehrere Personen festgenommen, die in einen 390-Millionen-Dollar schweren Betrug verwickelt sein sollen. Im Zentrum des Falls: Server von Dell und Super Micro, ausgestattet mit NVIDIA-Komponenten, die offenbar illegal nach China exportiert wurden – entgegen US-Regularien.

Der Fall zeigt, wie schwer es ist, Exportkontrollen im digitalen Zeitalter durchzusetzen. Hochleistungs-Chips wie die von NVIDIA, die zur Entwicklung künstlicher Intelligenz oder militärischer Anwendungen genutzt werden können, sind heute geopolitische Währung – und entsprechend begehrt.

NVIDIA unter Zugzwang

Für NVIDIA ist der Vorwurf brisant. Das Unternehmen hat in den vergangenen Monaten massiv in Südostasien investiert, insbesondere im malaysischen Bundesstaat Johor. Gemeinsam mit Microsoft entstehen dort neue Rechenzentren im Milliardenvolumen.

Johor ist über Dämme direkt mit Singapur verbunden – ein logistisch idealer Knotenpunkt, der nun offenbar auch für fragwürdige Exporte genutzt wurde.

Ein Sprecher von NVIDIA widersprach gegenüber investing.com dem Verdacht, dass Umsätze in Malaysia auf Umwege nach China hindeuten könnten: „Wir bestehen darauf, dass unsere Partner alle geltenden Gesetze einhalten“, hieß es. Doch der Schaden ist bereits da – an den Märkten und im öffentlichen Vertrauen.

Technologie als geopolitisches Risiko

Der Fall Malaysia zeigt, wie sehr Technologie heute mit geopolitischer Macht verknüpft ist. Die USA wollen unter allen Umständen verhindern, dass China Zugriff auf fortschrittlichste KI-Hardware erhält – notfalls über Druck auf Drittstaaten.

Malaysia gerät dadurch in ein Dilemma: Einerseits ist man auf US-Technologie und Investitionen angewiesen. Andererseits möchte man sich wirtschaftlich nicht vom Westen dominieren lassen – vor allem nicht gegenüber dem eng verflochtenen Handelspartner China.

Die Situation verdeutlicht, wie sehr sich der globale Chipmarkt inzwischen politisiert hat. Der Vorwurf illegaler Weiterleitung von NVIDIA-Chips nach China könnte eine neue Eskalationsstufe in den ohnehin angespannten Handelsbeziehungen einläuten.

Quelle: Eulerpool

Die Aktie wankt – und der Markt schaut genau hin

Auch die Börse reagiert: Die NVIDIA-Aktie hat seit Jahresbeginn mehr als 18 Prozent verloren. Zwar spielen dabei auch Gewinnmitnahmen und die allgemeine Tech-Korrektur eine Rolle, doch geopolitische Risiken wie diese setzen den Kurs zusätzlich unter Druck. Anleger fragen sich: Wird NVIDIA zur Spielfigur im Handelskonflikt – oder gelingt es dem Konzern, sich aus dem geopolitischen Minenfeld herauszuhalten?

Finanzen / Märkte
[InvestmentWeek] · 01.04.2025 · 07:00 Uhr
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