„Ich konnte viele Glücksmomente schenken“
Interview mit Hannelore Hauke

02. April 2025, 10:22 Uhr · Quelle: LifePR
Thorsten Bartelt, ein Lebens- und Sterbebegleiter, unterstützte Hannelore Hauke und ihren verstorbenen Ehemann in deren schwerer Zeit. Durch Gespräche, Vorlesen und Musik schuf er kleine Glücksmomente und entlastete Frau Hauke, die dankbar für diese Unterstützung war.

Berlin, 02.04.2025 (lifePR) - Wenn ein geliebter Mensch geht, bleiben Erinnerungen – und manchmal auch besondere Begegnungen. Thorsten Bartelt, Lebens- und Sterbebegleiter, hat Hannelore Hauke und ihren Mann in einer schweren Zeit unterstützt. Wie er Trost spendete und kleine Glücksmomente schuf, erzählt dieser bewegende Beitrag von Claudia Pfister.

Ich treffe Thorsten Bartelt an der Gartenpforte zu einem schmucken Einfamilienhaus im Reinickendorfer Ortsteil Hermsdorf. Der 63-Jährige hat diesen Ort oft besucht, denn Thorsten Bartelt istLebens- und Sterbebegleiter. Ein Ehrenamt, das er seit gut drei Jahren für denHospizdienst Norddes Kompetenzzentrums Palliative Geriatrie im Unionhilfswerk ausübt.
Sein Besuch gilt der 83-jährigen Hannelore Hauke, deren Ehemann Eckbert Hauke vor kurzem verstorben ist. Was diese Begleitung Thorsten Bartelt und dem Ehepaar Hauke bedeutet hat, erzählen sie im Interview.

Frau Hauke, wie geht es Ihnen?

Mein Mann hatte Mund- und Kieferkrebs, 2020 wurde ihm der halbe Kiefer entfernt, ein Knochen aus dem Wadenbein wurde eingesetzt. Danach ging es eigentlich besser, er wollte leben, war zuversichtlich. Doch dann hat er eine Sepsis bekommen und er hat sich davon nie mehr erholt. Die Pflege zu Hause konnte ich nicht mehr leisten, er kam dann in ein Heim, wo ich ihn fast jeden Tag besucht habe. Sein Tod war eine Erlösung nach sehr langem Leiden.
Manchmal war es schwer, mitanzusehen, wie jemand, der so tatkräftig und unternehmungslustig war wie mein Mann, immer hilfloser wird. Er bekam eine Magensonde und auch Sprechen konnte er zum Schluss nicht mehr.

Herr Bartelt, wie sind Sie dazu gekommen, Familie Hauke auf diesem schweren Weg zu begleiten?

Sabine Sack, die damalige Koordinatorin des Hospizdienstes, hatte mir die Begleitung Herrn Haukes vorgeschlagen – es war meine erste –, und ich habe ihn im Frühjahr 2022 kennengelernt, nachdem er aus dem Krankenhaus wieder nach Hause kam. Seine Frau hatte ihn in dieser Zeit noch im Haus gepflegt. Wir hatten gleich beim ersten Besuch einen guten Draht miteinander. Günstig war auch, dass ich in der Nähe wohne, so konnte ich jede Woche vorbeikommen und auch mal einen Extrabesuch einplanen.

Wie sahen die Besuche genau aus?

Wir haben die Besuchstage am Anfang so gestaltet, dass wir uns entweder unterhalten haben oder ich habe von meinen Tageserlebnissen erzählt. Mit der Zeit fiel Herrn Hauke das Sprechen aber immer schwerer, da habe ich angefangen, Geschichten vorzulesen. So zum Beispiel Karl-May-Bücher, weil Egbert Hauke ein großer Western-Fan war. „Winnetou“ konnte man ja auch nach einer Woche weiterlesen, das hat Herrn Hauke großen Spaß gemacht. Als es ihm dann immer schlechter ging und er Mühe hatte, dem Vorgelesenen zu folgen, haben wir Musik gehört. Ich hatte das Gefühl, dass ihn die Musik, die er früher mochte – Country- und Westernmusik – beruhigt und erfreut. Am Ende haben sich meine Besuche darauf beschränkt, Musik abzuspielen, etwas zu erzählen – einfach da zu sein.

Haben diese Besuche Sie entlastet, Frau Hauke?

Ich konnte meinen Mann nicht alleine lassen, er hatte immer den Drang, aufzustehen, hat sich dann oft die Magensonde rausgezogen. Darum war es eine große Entlastung und Beruhigung für mich, wenn jemand hier war. Wir haben keine Kinder, meine Familie ist in Süddeutschland und die Verwandten meines Mannes konnten den Anblick nicht ertragen … Um so dankbarer war ich, dass ein quasi Fremder wie Herr Bartelt mich so unterstützt hat! Wenn ich Fragen hatte, war er immer der erste Ansprechpartner. Er hat mir in vielen Dingen geholfen, mit denen ich überfordert war.

Und wie war das für Sie, Herr Bartelt?

Frau Hauke ist ja nicht mehr die Jüngste und auch nicht gesund, das hat das Ganze für sie sehr mühsam gemacht. Darum war ich froh, dass ich helfen konnte – manchmal mit Kleinigkeiten, wie die Fernsehsender neu einstellen oder Handwerker organisieren, um eine Rollstuhlrampe zu bauen. Es gab immer ausreichend Gelegenheit, sich nützlich zu machen und den Haukes viele kleine Glücksmomente zu schenken.

Herr Bartelt, Ihre „Aufgabe“ ist nun ja erfüllt, wenn man das so sagen darf. Was bleibt?

Frau Hauke hat mich gebeten, an der Trauerfeier teilzunehmen, was ich sehr gern gemacht habe. Egbert Hauke war die längste meiner insgesamt sechs Begleitungen. Das ist schon etwas Besonderes, denn manchmal verstirbt ein Mensch nach nur einem einzigen Besuch. Und natürlich werde ich auch Frau Haukes Nummer nicht aus meinem Handy löschen…

Gesundheit & Medizin
[lifepr.de] · 02.04.2025 · 10:22 Uhr
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