HSBC warnt vor steigenden Risiken im Hongkonger Gewerbeimmobilienmarkt – 73 % des Portfolios unter Druck
Fast drei Viertel der Hongkonger Gewerbeimmobilienkredite von HSBC gelten inzwischen als risikobehaftet oder sind bereits notleidend. Ende Juni belief sich das betroffene Volumen auf 23,2 Mrd. USD – ein Sprung von weniger als 30 % vor Jahresfrist auf nun 73 % des gesamten Engagements. Der Zuwachs resultiert vor allem aus einer internen Neubewertung der Ausfallwahrscheinlichkeit, die das Volumen von Krediten mit erhöhtem Kreditrisiko seit Jahresbeginn von 6,5 Mrd. auf 18,1 Mrd. USD fast verdreifachte.
Insgesamt hält HSBC in Hongkong Gewerbeimmobilienkredite über 32 Mrd. USD; die Region ist die größte Ertragsquelle des Instituts. Allein im zweiten Quartal legte die Bank 1,1 Mrd. USD für erwartete Kreditverluste zurück, davon 400 Mio. USD für das Hongkonger Gewerbeimmobilienportfolio. Sinkende Einzelhandelsumsätze und ein schwacher Büromarkt belasten die Lage: Spitzenmieten für Büros liegen laut Cushman & Wakefield mehr als 20 % unter dem Niveau von 2022, die Leerstandsquote hat mit rund 19 % einen Höchststand erreicht.
Besonders betroffen ist die Tochter Hang Seng Bank, deren Anteil an kleineren, weniger diversifizierten Projektentwicklern hoch ist. Deren finanzielle Schwierigkeiten treiben die Quote notleidender Kredite bei Hang Seng auf 6,7 % – den höchsten Wert seit Beginn der Datenreihe, auch über dem Niveau der Asienkrise 1999.
Während große Konglomerate wie New World Development milliardenschwere Refinanzierungen sichern konnten, geraten kleinere Entwickler zunehmend unter Druck. Hohe Verschuldung, sinkende Gewinne und nur kurzzeitig niedrigere Hibor-Zinsen bieten kaum Entlastung.
HSBC-Finanzchef Georges Elhedery sprach zuletzt von „kurzfristigen Herausforderungen“ für Kunden im Hongkonger Immobiliensektor, zeigte sich aber mittelfristig zuversichtlich, dass das Verhältnis von Angebot und Nachfrage sowie die Attraktivität des Marktes intakt bleiben.

