Hoffnung für Nachtzüge: Castex plant Renaissance auf Schienen
In einem bemerkenswerten Zugewinn an Hoffnung könnten die beliebten Nachtzugverbindungen zwischen Paris und Berlin doch eine Zukunft haben, obwohl ihre Einstellung zum Fahrplanwechsel im Dezember angekündigt wurde. Jean Castex, der neue Chef der französischen Staatsbahn SNCF und ein leidenschaftlicher Eisenbahnfan, kündigte in einer parlamentarischen Anhörung an, dass das ins Auge gefasste Ende dieser Verbindungen eines seiner "ersten Themen" sein werde. Seine Vision umfasst darüber hinaus den generellen Ausbau des Nachtzugnetzes in Frankreich, obwohl er zugibt, dass der wirtschaftliche Betrieb dieser Züge eine Herausforderung darstellt.
Der erst vor zwei Jahren wieder ins Leben gerufene Nachtzug von Paris nach Berlin soll ursprünglich aufgrund des Wegfalls staatlicher Zuschüsse in Frankreich gestrichen werden. Ähnliche Maßnahmen betreffen auch die Verbindung von Paris nach Wien. Die finanziellen Zuschüsse in Millionenhöhe seien unerlässlich, da die Dienste trotz hoher Nachfrage noch nicht profitabel operieren. Doch Castex setzt sich vehement für eine Wiederbelebung der Nachtzugrouten zwischen Frankreich und Deutschland ein, auch wenn dies nicht sofort zum Fahrplanwechsel in Kraft treten wird.
Als ehemaliger Premierminister, der schon in seiner Studienzeit Nachtzüge liebte, bringt Castex eine starke persönliche Verbindung zu diesem Thema mit. Er war maßgeblich am Neustart des Nachtzugs von Paris nach Nizza im Jahr 2021 beteiligt und demonstrierte seine Fähigkeit zur Krisenbewältigung als Chef der Pariser Verkehrsbetriebe, indem er während der Olympischen Spiele im vergangenen Jahr für einen reibungslosen Betrieb des öffentlichen Verkehrs sorgte.

