Hochwassergebiete in Deutschland: Pegelstände sollen weiter sinken
Die Wassermassen in den Hochwassergebieten Deutschlands fließen nur langsam ab. Nach Berechnungen des Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz sollen die Pegelstände in Niedersachsen in der nächsten Woche voraussichtlich unter die Meldestufen fallen. Allerdings befinden sich momentan einige Wasserstände immer noch über der höchsten Meldestufe, insbesondere betroffen sind die Unterläufe von Aller und Leine.
Im Süden Sachsen-Anhalts plant der Landkreis Mansfeld-Südharz den vor zwei Wochen ausgerufenen Katastrophenfall am Freitagabend aufzuheben. Laut dem Landratsamt entspannt sich die Lage an der Talsperre Kelbra und entlang der Helme. Die Bevölkerung ist nicht mehr in akuter Gefahr. Mit der Aufhebung des Katastrophenfalls werden die Aufgaben der Bundeswehr beendet. Der Einsatz von rund 200 Soldaten endet somit zwei Tage früher als geplant.
Die Soldaten haben laut dem Landkreis insgesamt eine halbe Million Sandsäcke verbaut. In den letzten 14 Tagen wurden insgesamt 2,5 Millionen Sandsäcke befüllt und größtenteils eingesetzt. Auch in Teilen Thüringens entspannt sich die Lage allmählich. Die Pegelstände der bedrohten Gebiete rund um die Helme sinken kontinuierlich, wie das Landratsamt im Kyffhäuserkreis mitteilte. Es gibt zwar keine Entwarnung, aber eine spürbare Entspannung. Seit rund drei Wochen kämpfen Teile Deutschlands mit Hochwasser.
Als Konsequenz aus diesen Ereignissen ruft der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) dazu auf, natürliche Überschwemmungsräume zurückzugewinnen. Laut der niedersächsischen BUND-Landesvorsitzenden Susanne Gerstner ist ein Umdenken erforderlich, um für zukünftige Extremsituationen gerüstet zu sein. "Wir müssen unseren Flüssen wieder mehr Raum geben", so Gerstner. Naturnahe Flussläufe und Auen seien gerade in Zeiten von Klima- und Artenkrise von entscheidender Bedeutung, da sie die Folgen von Hochwasser und Dürren auf natürliche Weise abpuffern. (eulerpool-AFX)

