Historischer Wahlsieg für D66: Jetten plant stabile Mitte-Koalition
Die linksliberale Partei Demokraten 66 (D66) hat die Parlamentswahl in den Niederlanden deutlich gewonnen. Laut dem vorläufigen Ergebnis, das der ANP-Wahldienst nach Auszählung fast aller Wahlkreise veröffentlichte, setzte sich die D66 knapp vor der rechtspopulistischen PVV von Geert Wilders durch.
Der Spitzenkandidat der D66, Rob Jetten, erklärte das Ergebnis als einen „historischen Sieg“ und plant, so schnell wie möglich eine stabile Koalition der „breiten politischen Mitte“ zu formen. „Die Wähler haben genug von taktischen Spielchen und fordern echtes Handeln," betonte Jetten.
Geert Wilders hingegen reagierte auf das Wahlergebnis mit Skepsis und Vorwürfen. Er kritisierte die Veröffentlichung des Ergebnisses durch ANP als voreilig und verlangt eine Prüfung möglicher Unregelmäßigkeiten, obwohl dafür bislang keine Beweise existieren. Wilders kündigte Widerstand gegen die Bildung einer neuen Regierung unter Jetten an.
Die Wahlergebnisse blieben lange unsicher, mit D66 und der PVV zunächst gleichauf. Letztlich setzte sich D66 mit einem Vorsprung von etwa 15.000 Stimmen durch, wobei noch 90.000 Briefwahlstimmen ausstehen. Die demokratischen 66 haben nun die Möglichkeit, als stärkste Partei Koalitionsgespräche zu führen, während Wilders aufgrund der Ablehnung anderer großer Parteien keine Chancen auf eine Regierungsbeteiligung hat.
Rob Jetten, mit 38 Jahren der jüngste Parteichef, steht vor der Herausforderung, eine mehrheitstragende Koalition zu formen. Potenzielle Partner sind die Christdemokraten und die rechtsliberale VVD. Für eine stabile Mehrheit wird jedoch eine vierte Partei benötigt. Die vorangegangene Regierung musste bereits im Juni aufgrund eines Bruchs einer historischen rechten Koalition zurücktreten.

