Historischer Durchbruch bei UN-Konferenz: Natur- und Artenschutz auf neuer Grundlage
Nahezu 200 Länder haben sich auf der UN-Konferenz zur biologischen Vielfalt in Rom auf einen mehrjährigen Finanzierungsplan zum Schutz der Natur und der Artenvielfalt verständigt und damit ein seltenes Lob von Umweltschützern geerntet. Diese Einigung, die in nahezu letzter Minute zustande kam, markiert einen bedeutenden Fortschritt, insbesondere nach dem Scheitern der vorherigen Konferenz in Kolumbien. Dabei diente die Konferenz auch als Vorbereitung für den Weltklimagipfel, der im November in Brasilien stattfinden wird und selbst kritische Umweltschutzorganisationen, die üblicherweise enttäuschende Resultate beklagen, in Zufriedenheit versetzte.
Der WWF Deutschland begrüßte die Einigung als positiven Schritt in Richtung globalen Artenschutzes und betonte die Bedeutung des Abkommens für Wohlstand und Sicherheit der Menschheit. Greenpeace Deutschland hob hervor, dass die weltweite Gemeinschaft angesichts der großen ökologischen Herausforderungen geeint handelt, obwohl die USA nicht an den Verhandlungen teilnahmen. Diese haben sich aus dem Pariser Klimaabkommen zurückgezogen und engagieren sich nicht aktiv im Kampf gegen die Artenkrise.
Bereits vor vier Jahren hatten sich ärmere und reichere Nationen auf einen „Weltnaturvertrag“ geeinigt, dessen Ziele bis 2030 erreicht werden sollen. Dazu gehört der Schutz von mindestens 30 Prozent der weltweiten Land- und Meeresflächen. Industrieländer sollen jährlich 20 Milliarden Dollar bereitstellen; bis 2030 soll dieser Betrag auf 30 Milliarden Dollar ansteigen. Bisher fehlte jedoch ein konkreter Finanzierungsplan, der nun zusammen mit einem Überwachungsmechanismus, der die Umsetzung besser kontrollieren soll, ausgearbeitet wurde.
Nach drei intensiven Tagen fanden die Verhandlungen schließlich zu einem erfolgreichen Abschluss, nur Stunden bevor die Frist auslief. Die Konferenz endete mit Applaus und Zustimmung, zumal die letzte COP16 in Kolumbien wegen mangelnder Teilnahme gescheitert war. Zahlreiche Delegierte hatten sich damals bereits auf den Heimweg gemacht, was von vielen als „Blamage“ beschrieben wurde. Bei der jüngsten Konferenz in Rom war Deutschland durch das Umweltministerium vertreten, während die USA aufgrund ihrer Nichtteilnahme am Übereinkommen über die biologische Vielfalt von 1992 fehlten.

