Historische Flügel breiten sich erneut am Frankfurter Flughafen aus
Auch wenn der Lockheed Super Star noch seine Flügel fehlen, zieht der glänzend restaurierte Flugzeugrumpf bereits die Blicke am Frankfurter Flughafen auf sich. In den Farben der historischen Lufthansa zeigt sich das Flugzeug als prächtiges Relikt aus den 1950er Jahren, das, zusammen mit einer ebenfalls restaurierten Junkers Ju 52, die Hauptattraktion eines neuen Besucher- und Konferenzzentrums nahe der Lufthansa-Zentrale werden soll.
Besonders bemerkenswert ist die Geschichte des viermotorigen Propeller-Flugzeugs aus der berühmten Constellation-Baureihe, welches zur Blütezeit der propellergetriebenen Luftfahrt gehörte. Seine beeindruckende Technik und Eleganz konnten jedoch den aufkommenden Düsenjets wie der Boeing 707 nicht standhalten, die bald die Lüfte dominieren sollten. Der historische Wert der Super Star, die bei Lufthansa nur kurzzeitig zum Einsatz kam, bleibt jedoch unbestreitbar.
Zum Projekt gehört auch die ältere Junkers Ju 52, die bis vor wenigen Jahren noch bei traditionellen Rundflügen am Himmel zu sehen war. Die letzte große restaurative Anstrengung fand in Lippstadt-Paderborn statt, bevor das Flugzeug im September nach Frankfurt überführt wird. Beide Flugzeuge müssen auf Straßenwegen transportiert werden, da ihnen inzwischen die Zulassung für den Luftverkehr fehlt – ein Umstand, der die ambitionierten Pläne für Nostalgie-Flüge vereitelt hat.
Die langwierige Restaurierung der Super Star, begonnen durch die Lufthansa-Berlin-Stiftung in den USA und später in Hamburg fortgeführt, scheiterte letztlich aus Kostengründen. Trotz umfassender finanzieller Unterstützungen durch Sponsoren wurde das Projekt 2018 eingestellt. Dennoch erstrahlt das Flugzeug heute in neuem Glanz und überzeugt durch detailgetreue Restauration von Cockpit und Kabine.
Das neue Besucherzentrum, das im April seine Türen öffnet, will zudem einen reflektierenden Blick auf die bewegte Vergangenheit von Lufthansa werfen. Konkret wird auf die problematische Beteiligung der Deutschen Luft Hansa Aktiengesellschaft am nationalsozialistischen Kriegsapparat hingewiesen. Der heutige Konzern, der sich rechtlich von seiner Vorgängerin unterscheidet, sieht es als Verpflichtung an, diese Vergangenheit aufzuarbeiten. Ein neues Buch zur Unternehmensgeschichte ist für das Jahr 2026 geplant, mit namhaften Historikern beauftragt, um die Rolle der Lufthansa in der Geschichte umfassend zu beleuchten.

