Hintergrund: Beziehungen Irans zum Westen

22. Juni 2009, 22:45 Uhr · Quelle: dpa
Paris/London/Washington (dpa) - Die innenpolitische Krise im Iran nach den umstrittenen Präsidentschaftwahlen belastet auch die ohnehin gespannten Beziehungen zum Westen immer stärker. Das Klima wird rauer, der Ton schärfer.

USA: Nach Tagen größter Zurückhaltung hat US-Präsident Barack Obama am Wochenende seinen Ton gegenüber der iranischen Führung verschärft. An dem Aufruf, «alle gewalttätigen und unberechtigten Handlungen gegen die Menschen im eigenen Land zu stoppen», wurde angeblich im Weißen Haus sprachlich intensiv gefeilt. Obama will - zumal angesichts der befürchteten iranischen Atomwaffen-Ambitionen - die Tür zu Gesprächen mit dem Regime offenhalten. Zudem sieht er die Gefahr, dass zu scharfe Töne der iranischen Führung einen Vorwand liefern könnten, die Repressalien gegen Demonstranten und Reformkräfte als «Marionetten der USA» noch zu verstärken.

Auf der anderen Seite ist der Druck insbesondere von der konservativen Seite in den USA auf Obama groß, Amerikas selbsterklärter Rolle als «Leuchtfeuer der Freiheit» auch in diesem Konflikt gerecht zu werden. Aber das Weiße Haus hat klar gemacht, dass es weiter auf Zurückhaltung setzen und nach wie vor jeden Eindruck der «Einmischung» im Iran vermeiden will.

FRANKREICH: Frankreich übt sich in seinen Beziehungen zum Iran seit Jahren im diplomatischen Drahtseilakt. Auf der einen Seite ist Teheran Wirtschaftspartner mit riesigem Potenzial, auf der anderen Seite unkalkulierbares Sicherheitsrisiko. Nach den Unruhen ist von Rücksichtnahme auf Wirtschaftsinteressen allerdings nicht mehr viel zu spüren. Die Regierung verurteilt öffentlich die Gewalt und die Einschränkungen der Pressefreiheit. Zugleich wird die Aufklärung der Wahlfälschungsvorwürfe gefordert.

Staatschef Nicolas Sarkozy hat es bislang strikt abgelehnt, den iranischen Staatspräsidenten Mahmud Ahmadinedschad zu treffen. Gleichzeitig betont er allerdings stets das iranische Recht auf eine friedliche Nutzung der Kernenergie. Aus Frankreich kommt mit Areva der weltweit größte Atomenergiekonzern. Der Iran ist zudem immer noch an einer Urananreicherungsanlage auf dem Gelände der französischen Nuklearanlage Tricastin beteiligt.

GROSSBRITANNIEN: Zunächst hatte sich London im Vergleich zu anderen europäischen Ländern mit Kritik zurückgehalten. Doch seit der oberste Führer im Iran, Ajatollah Ali Chamenei, die Briten als die schlimmsten von allen westlichen Mächten bezeichneten, wird der Umgangston rauer. London und der Iran haben seit langem eine gespaltene Beziehung. Die Briten hatten die meisten Zeit im 19. und 20. Jahrhundert Einfluss darauf, wer im Iran herrschte. Das wurde noch wichtiger, als im Iran Öl entdeckt und der Energiekonzern BP als anglo-persisches Unternehmen gegründet wurde. 1953 half Großbritannien den USA, den damaligen iranischen Premierminister Mohammed Mossadegh zu stürzen.

Nach der islamischen Revolution 1979 brachen die diplomatischen Beziehungen zeitweise ganz ab. Weiteren Streit gab es zehn Jahre später, als Revolutionsführer Khomeini ein Todesdekret gegen den britisch-indischen Autor Salman Rushdie aussprach. Dessen Buch «Satanische Verse» galt ihm als Gotteslästerung. Im jetzigen Konflikt spielen vor allem die Medien eine Rolle. Dabei stoßen sich die Machthaber in Teheran besonders an dem neuen persischen Programm der BBC, das in Farsi für die Iraner berichtet. Die iranische Führung ist der Meinung, dass die BBC das Volk aufhetze und das Sprachrohr der Regierung in London sei.

Konflikte / International / Iran
22.06.2009 · 22:45 Uhr
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