Hessen drängt zur Vorreiterrolle der deutschen Autoindustrie
Der hessische Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) setzt angesichts der aktuellen Herausforderungen der Automobilbranche auf eine stärkere Präsenz Deutschlands auf dem Weltmarkt. Diese betrachte er als essenziell für die wirtschaftliche Zukunft sowohl des Landes als auch speziell für Hessen als automotive Schlüsselregion. Rhein verdeutlichte seine Position im Vorfeld des Autogipfels in Berlin und unterstrich die Notwendigkeit einer „Auto-Agenda 2030“, um die Weichen für den künftigen Erfolg zu stellen.
Die Automobilbranche steht derzeit vor mehreren Hürden: einer sinkenden Nachfrage, wachsendem Druck durch die chinesische Konkurrenz, der Umstellung auf Elektrofahrzeuge und Handelskonflikten mit den USA. Der Ministerpräsident erinnert dabei an die historische Bedeutung der Automobilindustrie für Deutschlands wirtschaftlichen Erfolg und plädiert für eine technologische Offenheit im Umgang mit der Zukunft des Verbrennungsmotors.
Rhein fordert die Bundesregierung auf, sich nachdrücklich bei der EU-Kommission gegen ein generelles Verbrennerverbot ab 2035 zu positionieren. Er appelliert für die Förderung von E-Fuels als wertvolle Ergänzung zur Elektromobilität und hofft auf eine Pionierleistung Europas bei der Errichtung von Produktionsanlagen für diese alternativen Kraftstoffe. Zudem sieht er Aufholbedarf beim autonomen Fahren und dem Ausbau der Ladeinfrastruktur.
Gleichzeitig spricht sich Hessens Verkehrsminister Kaweh Mansoori (SPD) für einen Ausstieg aus dem Verbrenner aus, der bald aus finanziellen und ökologischen Gründen unumgänglich werde. Er betont die Notwendigkeit eines Konsenses zwischen Industrie, Arbeitnehmerschaft und Politik. Potenzielles Momentum sieht er in der Nutzung von „grünem Stahl“ zur Fertigung von Plug-in-Hybriden, die eine nachhaltigere Lösung als subventionierte chinesische E-Fahrzeuge darstellen könnten.

