Herausforderung für Beznau: Hitze zwingt ältestes Schweizer Atomkraftwerk zur Pause
Das traditionsreiche Schweizer Atomkraftwerk Beznau, das knapp 10 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt liegt, sieht sich derzeit klimabedingten Einschränkungen gegenüber. Gerade hat der Betreiber Axpo bekanntgegeben, dass beide Reaktoren aufgrund von Umweltvorschriften heruntergefahren wurden. Dies ist jedoch laut Axpo keinesfalls ein Sicherheitsproblem, sondern eine Maßnahme zum Schutz der Natur.
Im Fokus steht die Aare, aus der Wasser zur Kühlung der Reaktoren entnommen und anschließend erwärmt wieder eingeleitet wird. Mit den steigenden Außentemperaturen kletterte auch die Temperatur dieses für die Kühlung kritischen Flusses, sodass die Einleitung zusätzlichen warmen Wassers nicht mehr gestattet ist. Diese Entscheidung soll die empfindliche Flora und Fauna des Flusses bewahren. Die Wassertemperatur nahe dem Atomkraftwerk erreichte zuletzt 24,6 Grad Celsius – ein besorgniserregender Wert, der Maßnahmen erforderte.
Bereits am Dienstag wurde der erste Reaktor stillgelegt, der zweite folgte am Mittwochabend. Dennoch, so Axpo, sei die Energieversorgung der Schweiz nicht gefährdet, denn es wird ausreichend Strom für alle Verbraucher im Land produziert. Bemerkenswert ist, dass die Beznau-Reaktoren seit 1969 und 1971 in Betrieb sind und damit zu den ältesten weltweit gehören. Sie sollen nach aktuellen Planungen noch bis 2032 und 2033 am Netz bleiben, trotz des gefassten Beschlusses zum Ausstieg aus der Kernenergie.

