Herausfordernde Zeiten für Carl Zeiss Meditec: Jahresziele in der Schwebe
Der Jenaer Medizintechnikkonzern Carl Zeiss Meditec blickt auf einen schwierigen Jahresauftakt zurück und sieht sich mit der Herausforderung konfrontiert, seine gesteckten Jahresziele möglicherweise nicht zu erreichen. Aufgrund eines unerwartet schwachen ersten Geschäftsquartals werden die Ziele derzeit einer kritischen Überprüfung unterzogen. Der Umsatz fiel laut vorläufigen Berechnungen auf 467 Millionen Euro, während das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen dramatisch von 35 auf 8 Millionen Euro sank. Besonders der chinesische Markt, der ein Viertel des Gesamtumsatzes ausmacht, belastete die Bilanz des Unternehmens erneut.
Die negativen Währungseffekte und der Druck durch ein volumenbasiertes Beschaffungssystem in China stellten sich als wesentliche Hindernisse heraus. Zudem führten Umsatzeinbußen im Zusammenhang mit einer bifokalen Intraokularlinse und Nachfrageverschiebungen in China zu rückläufigen Ergebnissen. In der Region Americas nimmt angesichts geopolitischer Unsicherheiten das Investitionsklima zunehmend ab, was ebenfalls aufs Ergebnis drückt.
Die Aktie von Carl Zeiss Meditec geriet an der Börse erheblich unter Druck und erlebte zeitweise einen Kurssturz von mehr als 14 Prozent. Analysten, darunter David Adlington von JPMorgan, zeigten sich von den Entwicklungen wenig überrascht, wohl aber von deren Ausmaß. Jack Reynolds-Clark von RBC prognostiziert sinkende Konsensprognosen.
Das Unternehmen steht zudem mitten in einem personellen Übergang, da seit Jahresbeginn Andreas Pecher interimistisch den Vorstandsvorsitz übernommen hat. Sein Vorgänger, Maximilian Foerst, hatte das Unternehmen nach einem Verstoß gegen den Zeiss-internen Verhaltenskodex verlassen. Die Unsicherheit über den weiteren strategischen Kurs wird durch die anhaltende Wartezeit auf wichtige Ergebnisse aus China verstärkt.
Bis spätestens zur Veröffentlichung der Halbjahreszahlen im Mai soll eine aktualisierte Prognose inklusive neuer Umbau- und Sparmaßnahmen vorliegen. Bis dahin bleibt das Unternehmen in einer Phase der Justierung, während Investoren gespannt auf weitere Entwicklungen blicken.

