Henkel trotzt Konsumflaute: Margenstärkere Produkte und Effizienzprogramm kurbeln Profitabilität an
Der Konsumgütergigant Henkel passt angesichts der derzeit gedämpften Konsumlaune seine Umsatzprognose für das laufende Jahr an, ist jedoch optimistisch, was die Profitabilität betrifft. Durch den verstärkten Verkauf margenstärkerer Produkte, Preiserhöhungen und ein laufendes Effizienzprogramm peilt der Konzern höhere Erträge an. Tatsächlich erfreut sich die Henkel-Aktie eines Rückenwinds und konnte am Donnerstag rund 2,6 Prozent zulegen, was die bisher schwache Jahresperformance leicht verbessert.
Analysten würdigten die Fortschritte im zweiten Quartal, wobei die Margenentwicklung als stabil bewertet wurde. JPMorgan hob hervor, dass die Erwartungen leicht übertroffen wurden. Carsten Knobel, Vorstandsvorsitzender von Henkel, betonte in einer Telefonkonferenz, dass das Unternehmen sich in einem herausfordernden Marktumfeld wiederfindet und für 2025 ein organisches Umsatzwachstum von 1 bis 2 Prozent erwartet, welches zuvor mit 1,5 bis 3,5 Prozent prognostiziert war.
Neben der Konsumentwicklung leidet auch das industrielle Klebstoffgeschäft unter dem schleppenden Markt. Dennoch bleibt Henkel zuversichtlich hinsichtlich einer Verbesserung in der zweiten Jahreshälfte und hat das untere Ende seiner Margenprognose auf 14,5 bis 15,5 Prozent angehoben. Dabei soll die steigende Profitabilität nicht zu Lasten von Investitionen in Innovationen gehen. Die strategische Entscheidung, in den USA lokal zu produzieren, mindert mögliche Auswirkungen der US-Zollpolitik.
Die Umsatzzahlen des zweiten Quartals zeigen zwar einen Rückgang von 5,5 Milliarden Euro auf 5,2 Milliarden Euro, doch organisch verzeichnete Henkel ein Plus von 0,9 Prozent. Im ersten Halbjahr sanken die nominalen Erlöse um 3,8 Prozent bedingt durch die komplexen geopolitischen und wirtschaftlichen Herausforderungen, die insbesondere die Nachfrage in Nordamerika schwächten.
Das bereinigte Ebit stagnierte bei 1,6 Milliarden Euro, jedoch verbesserte sich die Umsatzrendite auf 15,5 Prozent. Knobel erklärte, dass die eingeleitete Transformation Früchte trage und Henkel auf gutem Wege sei, seine Sparziele im Konsumgüterbereich früher als geplant zu erreichen. Die Zusammenlegung der Wasch- und Reinigungsmittelsparte mit der Haut- und Haarpflege vor zwei Jahren zeige nachhaltigen Erfolg, und das Unternehmen werde diesen Weg fortsetzen. Zudem setzt Henkel auf eine strategische Bereinigung seines Portfolios und plant weitere Zukäufe zur Stärkung seiner Marktposition.

