Henkel stärkt sein Portfolio durch Großübernahme von Stahl

Der Düsseldorfer Konsumgüterkonzern Henkel hat den Ausbau seines Geschäftsbereichs im Sektor Beschichtungen durch den Erwerb des niederländischen Unternehmens Stahl angekündigt. Der vereinbarte Kaufpreis beträgt 2,1 Milliarden Euro, wie Henkel am Mittwoch bekannt gab.
Die Börsenreationen fielen zunächst zurückhaltend aus, was zum Teil auf die negativen Vorgaben des US-amerikanischen Bleichmittelherstellers Clorox zurückzuführen ist. Dieses Unternehmen hatte im letzten Quartal die Anlegererwartungen nicht erfüllt. Doch trotz anfänglicher Skepsis kehrte der Optimismus bei den Anlegern zurück, und die Henkel-Aktie konnte sich am Nachmittag als einer der besten Performer des DAX mit einem Anstieg von über drei Prozent behaupten.
Stahl, bekannt für seine hochspezialisierten Beschichtungen für flexible Materialien wie Leder, Papierverpackungen und grafische Anwendungen, beschäftigt weltweit 1.700 Mitarbeitende. Im Geschäftsjahr 2025 erzielte das Unternehmen einen bereinigten Umsatz von etwa 725 Millionen Euro. Henkel hatte bereits vor zwei Wochen bestätigt, in Kaufverhandlungen mit Stahl getreten zu sein. Zusammen mit der bereits angekündigten Übernahme von ATP Adhesive Systems erwartet Henkel-CEO Carsten Knobel zusätzliche jährliche Umsätze von nahezu einer Milliarde Euro.
Für den Kauf von Stahl geben der bisherige Mehrheitseigentümer Wendel sowie die Mitinhaber BASF und Clariant ihre Anteile ab. Der Abschluss dieser Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt behördlicher sowie kartellrechtlicher Freigaben und der Zustimmung von Stahls Arbeitnehmervertretungen. Henkel äußerte sich nicht dazu, wann mit dem finalen Abschluss der Übernahme zu rechnen ist.

