Hellofresh trotzt Rückschlägen mit positivem Ausblick auf Jahresende
Der Kochboxenversender Hellofresh hat im dritten Quartal mit einem Umsatzrückgang zu kämpfen, ein Zeichen der anhaltenden Schwäche im Kerngeschäft. Dennoch bleibt das Unternehmen optimistisch und bestätigt seine Jahresziele. Hellofresh-Chef Dominik Richter sieht das Unternehmen trotz der Herausforderungen inmitten eines Sparprogramms auf Kurs.
Interessanterweise zeigt sich die Börse unbeeindruckt. Nach einem anfänglichen Rückgang stabilisierten sich die Hellofresh-Aktien und legten um gut zwei Prozent zu. Damit bleibt die Aktie jedoch im Rückblick auf das Jahr unter Druck und hat mehr als ein Drittel an Wert verloren.
Analysten sehen das zurückliegende Quartal unterschiedlich. Giles Thorne von Jefferies bewertet es trotz des Einbruchs als solide und erwartet eine Rückkehr zu Wachstum im vierten Quartal. Marcus Diebel von JPMorgan findet dafür beruhigende Anzeichen in der bestätigten Jahresprognose, die einen positiven Ausblick für den Jahresendspurt bietet.
Die Umsatzentwicklung ist geprägt von einem Rückgang um 13,5 Prozent auf 1,58 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, wobei der währungsbereinigte Rückgang 9,3 Prozent betrug. Besonders betroffen ist das Kochboxengeschäft, das um 15,5 Prozent nachließ, während die Sparte der Fertiggerichte um 11,1 Prozent zurückging. Diese Einbußen führen Hellofresh auf einen nachlassenden Kundenzuspruch und einen stärkeren Euro zurück.
Mit Produktverbesserungen und einem Sparprogramm will Hellofresh die Nachfrage wieder ankurbeln. Für das Gesamtjahr bleibt das Unternehmen optimistisch und hält an einem bereinigten Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 415 bis 465 Millionen Euro fest. Das bereinigte Ebit ohne Wertminderungen wird auf 175 bis 225 Millionen Euro geschätzt. Beim Umsatz erwartet das Unternehmen weiterhin einen währungsbereinigten Rückgang von 6 bis 8 Prozent.
Im dritten Quartal sank das bereinigte operative Konzernergebnis deutlich von 72,1 auf 40,3 Millionen Euro. Ein höherer Verlust nach Anteilen Dritter von gut 49 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahresfehlbetrag von über 33 Millionen schlägt im Schlussstrich zu Buche.

