Helldivers 2 auf Diät: Entwickler sagt dem 140-GB-Speichermonster den Kampf an
Der Kampf für die gelenkte Demokratie in Helldivers 2 fordert nicht nur von den tapferen Soldaten an der Front einen hohen Tribut, sondern auch von den Festplatten der PC-Spieler. Während Konsolenspieler auf PS5 und Xbox Series X|S mit schlanken 35 bis 40 Gigabyte in die Schlacht ziehen, hat sich die PC-Version zu einem wahren Speicherkoloss von über 140 Gigabyte aufgebläht. Dieses eklatante Missverhältnis hat nun auch Arrowhead Game Studios auf den Plan gerufen. In einer erfrischend ehrlichen Videobotschaft hat Game Director Mikael Eriksson das Problem unmissverständlich als „inakzeptabel groß“ bezeichnet und damit einen Hoffnungsschimmer für alle geplagten PC-Kommandanten entzündet.
Die technische Bürde der Vergangenheit
Doch warum ist die PC-Fassung ein derartiger Datenfresser? Die Wurzel des Übels liegt in einem technischen Dilemma, das so alt ist wie die Koexistenz verschiedener Hardware-Generationen. Um auch Spielern mit älteren, mechanischen Festplatten (HDDs) erträgliche Ladezeiten zu ermöglichen, greifen Entwickler zu einem notwendigen, aber speicherintensiven Trick: der Duplizierung von Spieldaten. Da die Leseköpfe einer HDD physisch bewegt werden müssen, verlangsamt dies den Datenzugriff erheblich. Durch das mehrfache Abspeichern identischer Assets an verschiedenen Stellen der Festplatte kann die Ladezeit verkürzt werden. Moderne Konsolen, die standardmäßig auf blitzschnelle Solid-State Drives (SSDs) setzen, benötigen diesen umständlichen und platzraubenden Workaround nicht, was ihre deutlich schlankere Statur erklärt.
Eine Zwei-Klassen-Lösung für die Festplatte?
Arrowhead steht nun vor der Herausforderung, eine Lösung zu finden, ohne die Spieler, die den Titel bereits auf einer HDD genießen, durch eine plötzliche Anhebung der Mindestanforderungen vor den Kopf zu stoßen. Die vielversprechendste Idee, die Eriksson im Video skizziert, ist ebenso clever wie komplex: die Einführung separater Patches für HDD- und SSD-Nutzer. Dies würde es dem Studio ermöglichen, eine zweite Version des Spiels zu pflegen, die auf die Duplizierung von Daten verzichtet. „Wenn uns das gelingt“, so Eriksson, „könnten wir die Größe theoretisch halbieren.“ Es wäre ein technischer Kraftakt, aber einer, der den Speicherhunger der PC-Version drastisch zügeln könnte.
Ein Bekenntnis zur Optimierung
Diese Überlegungen sind Teil einer größeren strategischen Neuausrichtung bei Arrowhead. Kürzlich wurde bereits angekündigt, die Entwicklung neuer Inhalte vorübergehend zu verlangsamen, um sich stattdessen verstärkt auf die Behebung technischer Probleme und die allgemeine Verbesserung des Spielerlebnisses zu konzentrieren. Die offene Kommunikation bezüglich der Dateigröße ist ein weiteres starkes Signal, dass das Studio das Feedback der Community ernst nimmt und bereit ist, auch unkonventionelle Wege zu gehen, um eines der größten Ärgernisse der PC-Version anzugehen. Eine endgültige Entscheidung ist zwar noch nicht gefallen, doch die Botschaft ist klar: Die Zeit der unkontrollierten Daten-Expansion könnte bald vorbei sein.


