Hansewerk investiert über 2,6 Milliarden Euro in Schleswig-Holsteins Energienetze bis 2030
Investitionsstrategie für die Energiewende
Die Hansewerk AG, Muttergesellschaft des Netzbetreibers SH Netz, hat ehrgeizige Pläne für die kommenden Jahre angekündigt. Bis zum Jahr 2030 sollen mehr als 2,63 Milliarden Euro in den Ausbau und die Instandhaltung der Energienetze in Schleswig-Holstein investiert werden. Dies umfasst einen Großteil von rund 2,5 Milliarden Euro, die speziell in die Stromnetze fließen sollen. Diese Investitionen sind nicht nur entscheidend für die Stabilität der Energieversorgung, sondern auch für die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Schleswig-Holstein.
Für das laufende Jahr sind bereits rund 450 Millionen Euro für die Energienetze eingeplant, während für 2027 mehr als 530 Millionen Euro vorgesehen sind. Christian Fenger, Vorstandsvorsitzender von Hansewerk, betont, dass diese Maßnahmen notwendig sind, um die Stromnetze für die Anbindung von Windkraft- und Photovoltaikanlagen fit zu machen. Gleichzeitig soll der wachsende Bedarf durch Wärmepumpen, E-Mobilität und Batteriespeicher gedeckt werden.
Stärkung der erneuerbaren Energien
Die Investitionen von Hansewerk sind Teil einer umfassenderen Strategie zur Förderung erneuerbarer Energien in der Region. Ende 2025 waren bundesweit 29.226 Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von 68.067 Megawatt in Betrieb, davon 3.316 Anlagen in Schleswig-Holstein, die zusammen 9.624 Megawatt erzeugen. Laut dem Umweltministerium deckte Schleswig-Holstein bereits 2024 rechnerisch 170 Prozent seines Strombedarfs mit grünem Strom. Diese positive Entwicklung ist ein Indikator für die Innovationskraft und das Wachstumspotenzial der Region.
Die Daten zeigen, dass Schleswig-Holstein nicht nur ein Vorreiter in der Nutzung erneuerbarer Energien ist, sondern auch eine bedeutende Rolle im deutschen Strommarkt spielt. Das Land liefert über acht Monate im Jahr Strom, vor allem in den Westen und Süden Deutschlands, was die Bedeutung der regionalen Infrastruktur unterstreicht.
Herausforderungen und Chancen
Trotz der positiven Entwicklung gab es im Jahr 2025 einen leichten Rückgang der Einspeisung aus erneuerbaren Energien. Laut dem Statistikamt wurden knapp 27,3 Millionen Megawattstunden Strom aus erneuerbaren Quellen ins Netz eingespeist, was einen Rückgang von 0,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr darstellt. Insbesondere die Einspeisung aus Windkraftanlagen an Land sank um 3,1 Prozent, während die Photovoltaik einen Anstieg von 28,4 Prozent verzeichnete. Diese Trends werfen Fragen hinsichtlich der Stabilität der Energieversorgung und der Notwendigkeit weiterer Investitionen auf.
Die geplanten Investitionen von Hansewerk sind daher ein wichtiger Schritt, um die Herausforderungen der Energiewende zu meistern und die Attraktivität des Standorts Schleswig-Holstein für Investoren und Unternehmen zu erhöhen. Eine gut ausgebaute Infrastruktur ist entscheidend, um die Innovationskraft zu fördern und den Shareholder Value zu maximieren.

