Hamburger Hafen im Sturm: Dividendenkürzung und Führungswechsel sorgen für Debatten
Die Turbulenzen bei der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) haben jüngst zu heftigen Diskussionen unter Aktionärsvertretern geführt. Besonders die vorzeitige Trennung von der Vorstandschefin Angela Titzrath und die kontrovers diskutierte Dividendenpolitik stehen im Mittelpunkt der Kritik.
Vertreter der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) sowie vom Dachverband Kritische Aktionäre äußerten auf der Hauptversammlung deutliche Unzufriedenheit über das Management und insbesondere über das Verhalten des Aufsichtsratsvorsitzenden Rüdiger Grube. Sie forderten gar seine Absetzung als Leiter der Versammlung.
Die von der Port of Hamburg Beteiligungsgesellschaft SE (PoH) vorgeschlagene Dividendenkürzung sorgte für besonders viel Gesprächsstoff. Trotz anderslautender Empfehlungen des Vorstands und Aufsichtsrats fordert das Joint Venture, das zur Hälfte der Stadt Hamburg und zu knapp der anderen Hälfte der Reederei MSC gehört, die Reduzierung der Dividende von 16 auf 10 Cent je A-Aktie.
Dank einer Mehrheit von 90,4 Prozent des HHLA-Grundkapitals besitzt die PoH die Mittel, ihren Vorschlag durchzusetzen, was die DSW als 'Diktatur durch den Mehrheitsaktionär' bezeichnete. Aufsichtsratschef Grube versuchte der aufgeheizten Debatte entgegenzuwirken, indem er die Dividendenkürzung als zwar 'unglücklich gelaufen', aber keineswegs als Ausdruck eines Zerwürnisses darstellte.
Dennoch prallte die Kritik, insbesondere seitens Dirk Unrau von der DSW, weiterhin auf ihn. Darüber hinaus sorgte Titzraths unverhoffter Abgang für weitere Kritik. Sie hatte sich zwar im Einvernehmen mit dem Aufsichtsrat auf ein Ausscheiden zum Jahresende verständigt, doch Unrau hinterfragt dieses Einvernehmen angesichts ihres erst vor Kurzem erneuerten Fünfjahresvertrags.
Die Hintergründe für die plötzlichen Wechsel an der Unternehmensspitze bleiben indes vage. Titzrath stand insgesamt neun Jahre an der Spitze und wird mit einem Abfindungspaket von insgesamt 1,58 Millionen Euro, zusätzlich zu ihrem Jahresgehalt, verabschiedet. Die Vergangenheit war nicht frei von Spannungen, insbesondere im Zusammenhang mit dem Einstieg von MSC, wo sie nicht in die Vorbereitungen eingebunden wurde.

