Grüne fordern Verantwortungsbewusstsein: Dow vor Herausforderung in Ostdeutschland
Die ostdeutsche Chemieindustrie steht vor einem Wendepunkt: Im Vorfeld des 'Chemiegipfel Ostdeutschland' in Böhlen gerät sie zusehends unter Druck. Die Grünen in Sachsen und Sachsen-Anhalt appellieren an die Regierungen und Unternehmen, ihrer Verantwortung gerecht zu werden. Aktuell beschäftigt die Branche laut IG BCE rund 63.000 Mitarbeitende, kämpft jedoch mit einer Auslastung von lediglich 70 Prozent. Besonders im Fokus steht der US-Konzern Dow, der angekündigt hat, einige seiner Anlagen in Schkopau und Böhlen bis Ende 2027 zu schließen. Die Grünen-Landtagsfraktionen drängen darauf, dass Dow alternative Lösungen für die betroffenen Standorte entwickelt.
Sie fordern zudem von Landes- und Bundesregierung, die Unternehmen stärker in die Pflicht zu nehmen und klare Standort- und Investitionsverpflichtungen durchzusetzen. Susan Sziborra-Seidlitz von den Grünen Sachsen-Anhalt hebt hervor, dass Unternehmen, die von staatlichen Förderungen profitieren, nicht einfach ihre Verantwortung im Chemiedreieck ablegen können. Wolfram Günther von den Grünen in Sachsen bemängelt, dass bisher schnelle Ansiedlungserfolge Priorität hatten, was langfristig die Verhandlungsmacht der Region schwächt. Dow setze auf Marktbereinigung, während von Seiten der Union lediglich Gleichgültigkeit zu verzeichnen sei.
Im Rahmen des 'Chemiegipfel Ostdeutschland' sollen auch fünf zentrale Forderungen an die Bundesregierung übergeben werden. Im Fokus stehen Maßnahmen wie die Stärkung der Wertschöpfungsketten, die Sicherstellung einer wettbewerbsfähigen Energieversorgung, eine praxisnahe Klimapolitik und die Reduzierung der Bürokratie, um die Chemie-Standorte und die dortigen Arbeitsplätze weiterhin zu sichern.

