Grüne fordern höheren Spitzensteuersatz
Berlin - Die Grünen haben in der Debatte um eine Steuerreform die Anhebung des Spitzensteuersatzes auf 45 Prozent ab zu versteuernden Jahreseinkommen von 120.000 Euro vorgeschlagen. Der Satz solle ab 250.000 Euro auf 48 Prozent steigen, sagte Grünen-Fraktionsvize Andreas Audretsch der "Rheinischen Post" (Donnerstagsausgabe).
Zudem sollten der Grundfreibetrag um 500 Euro und der Arbeitnehmerpauschbetrag auf 1.500 Euro steigen. Damit würden geringere Einkommen entlastet, während die Gegenfinanzierung durch die höhere Besteuerung am oberen Ende sichergestellt sei, sagte Audretsch. "Das bedeutet für eine durchschnittliche Familie mit zwei Kindern eine Entlastung von rund 120 bis 150 Euro im Jahr", sagte er. Personengesellschaften sollten durch die Weiterentwicklung des steuerlichen Optionsmodells vor Mehrbelastungen geschützt werden.
Der Grünen-Politiker übte zugleich scharfe Kritik an Ankündigungen vor allem der Union, die aus Haushaltsgründen nicht erfüllt werden könnten. "Die Vorschläge der Union kosten 30 Milliarden Euro und würden vor allem die mit den höchsten Einkommen entlasten. Das ist ungerecht und vor allem glaubt niemand, dass das kommt", sagte Audretsch. "Friedrich Merz weiß nicht, wie er die 30 Milliarden Euro finanzieren will. Er baut Luftschlösser und wird das Land bitter enttäuschen." Audretsch sagte weiter: "Wir Grüne machen einen fairen und umsetzbaren Gegenvorschlag: Wir entlasten die breite Bevölkerung und sorgen dafür, dass Unternehmen nicht stärker belastet werden."


