Großes Leck bei PCK: Pipeline-Unfall sorgt für Ölfontäne in Brandenburg
Mit einem lauten Rauschen platzte eine Ölleitung im nordöstlichen Brandenburg und versprühte dabei eine bis zu 20 Meter hohe Fontäne aus rund 200.000 Litern Öl über das ländliche Umland in der Nähe von Gramzow. Tapfere Einsatzkräfte brauchten mehrere Stunden, um das Leck zu schließen. Während mehr als zwei Hektar Ackerland – ungefähr so groß wie zwei Fußballfelder – mit der schmierigen Substanz bedeckt wurden, betont Landesumweltministerin Hanka Mittelstädt die ungebrochene Sicherheit der Kraftstoffversorgung in Berlin und Brandenburg.
Diese knifflige Leitung, die sich über 200 Kilometer vom Hafen Rostock bis nach Schwedt erstreckt, ist das Herzstück der PCK-Raffinerie. Diese Raffinerie ist entscheidend für die Betankung des gesamten Nordostens Deutschlands. Dennoch versichert das Unternehmen, dass die Produktion nicht beeinträchtigt wird, dank gut gefüllter Ölvorräte und alternativer Transportwege für das schwarze Gold.
Die Ausmaße des Unglücks führten zu einem raschen Aufgebot an Pumpwagen und 125 engagierten Helfern, darunter Feuerwehrleute und PCK-Mitarbeiter, die unermüdlich arbeiteten, um das ausgetretene Öl zu beseitigen. Ölsperren wurden auch ausgelegt, um eine Ausbreitung in die Welse zu verhindern, einen wichtigen Nebenfluss der Oder.
Kurioserweise geschah der Vorfall kurz vor einem geplanten Sicherheitstest. Die Leitung selbst bleibt intakt und Ralf Schairer, Sprecher der PCK-Geschäftsführung, erwartet eine baldige Wiederaufnahme des Betriebs. Zwei Sicherungsbolzen, die sich ohne Erklärung an einer essenziellen Schieberstation in Gramzow gelöst hatten, beschleunigten das Leck.
Die Umweltorganisation WWF zeigt sich besorgt und warnt vor den langfristigen Gefahren für Grundwasser und Boden. Finn Viehberg von WWF mahnt, dass die Ölreste auf sandigem Boden der Uckermark drohen, die Oder und die Ostsee zu gefährden. Demgegenüber beruhigte der Feuerwehr-Abteilungsleiter Alexander Trenn vom Abend, dass der nasse Boden dem Öl wenig Eintrittswinkel in die Tiefe ließ.
Trotz der Schlagzeilen weist Schairer darauf hin, dass die Leitung sicher ist und die Vorbereitungen für den zukünftigen Ausbau weiterlaufen. Die PCK-Raffinerie, größtenteils im Besitz deutscher Tochterfirmen des russischen Rosneft-Konzerns und zurzeit unter Bundesaufsicht, bewahrt so ihre Bedeutung für die geordnete Versorgung in einer sich wandelnden Energie-Welt.

