Großwärmepumpen in Deutschland: Viel Potenzial, viele Hürden
Der Bundesverband Wärmepumpe sieht optimistisch auf das große Potenzial von Großwärmepumpen in Deutschland, wenngleich der Ausbau derzeit von einer Reihe regulatorischer Barrieren gebremst wird. Der Geschäftsführer des Bundesverbands, Martin Sabel, bemängelt insbesondere die uneinheitlichen und langwierigen Genehmigungsprozesse, die zahlreiche Projekte verzögern oder schlimmstenfalls zum Scheitern bringen könnten.
Während Wärmepumpen bislang vornehmlich in Neubauten von Ein- und Zweifamilienhäusern zu finden sind, spielt ihre Weiterentwicklung im Gebäudebestand eine immer größere Rolle. Besonders spannend ist laut Sabel die Nutzung von Großwärmepumpen für Fernwärmenetze, wobei Flusswasser als bedeutende Wärmequelle dienen soll.
International ist Deutschland in diesem Bereich im Vergleich zu Ländern wie Dänemark und Schweden noch im Rückstand. Sabel verweist auf die beeindruckende Meerwasser-Wärmepumpe im dänischen Esbjerg, die einem Kohlekraftwerk in der Versorgung von 100.000 Menschen als Vorbild dient.
Aktuell beträgt die installierte thermische Leistung von Großwärmepumpen in Deutschland etwa 180 Megawatt. Mit 71 geplanten oder sich im Bau befindenden Projekten mit einer Kapazität von rund 900 Megawatt sowie weiteren angekündigten Kapazitäten von über 700 Megawatt könnte sich dies jedoch bald ändern.
„Die Technologie ist verfügbar, die Projekte sind vorbereitet – es fehlt lediglich an einem verlässlichen rechtlichen Rahmen“, kommentiert Sabel. Zudem verhindert die unzureichende finanzielle Förderung des Bundes für effiziente Wärmenetze viele Vorhaben.

