Internationale Politik

Groß-Demos in mehreren Ländern für Freiheit im Iran

15. Februar 2026, 12:52 Uhr · Quelle: dpa
62. Münchner Sicherheitskonferenz -  Demonstration
Foto: Felix Hörhager/dpa
Bis zum Nachmittag zählte die Polizei bereits 200.000 Teilnehmer auf der Iran-Demo auf der Theresienwiese.
Kundgebung der Superlative: Zigtausende demonstrierten in München gegen die iranische Führung. Es war nicht der einzige Protest. Insgesamt gingen rund eine Million Menschen auf die Straßen.

München/Los Angeles (dpa) - Bei einer Protestaktion in mehreren Ländern haben am Samstag rund eine Million Demonstranten ihre Solidarität mit den Menschen im Iran gezeigt. Allein in München verwandelten laut Polizei bis zu 250.000 Teilnehmer - unter ihnen viele Exil-Iraner aus ganz Europa - die Theresienwiese in ein grün-weiß-rotes Fahnenmeer. Es war die größte Demo für Freiheit im Iran, die es in Deutschland je gab.

In der kanadischen Metropole Toronto versammelten sich Medienberichten zufolge rund 350.000 Menschen zur Unterstützung der iranischen Protestbewegung. Zehntausende Menschen gingen in London, Vancouver und Sydney auf die Straße.

In Los Angeles, einem Zentrum der iranischen Diaspora in den USA, kamen Medienberichten zufolge Tausende Demonstranten zusammen. Besonders im Stadtteil Westwood füllten sich die Straßen. Wegen der großen iranischen Gemeinde wird das Viertel in Anspielung auf die iranische Hauptstadt Teheran auch «Tehrangeles» genannt. 

Anfang Januar hatte Irans Sicherheitsapparat Massenproteste im Land gewaltsam niedergeschlagen. Nach Schätzungen von Aktivisten kamen dabei rund 7.000 Menschen ums Leben. Zwar sind die Demonstrationen im Iran angesichts der Repressionen inzwischen weitgehend verstummt, doch am Samstag waren in Teheran erneut Protestrufe aus Wohnhäusern zu hören. «Tod dem Diktator» hallte es über die Dächer.

Jubel für Schah-Sohn Reza Pahlavi

Zu dem Aktionstag aufgerufen hatte Reza Pahlavi, der seit Jahrzehnten im Exil lebende Sohn des 1979 gestürzten Schahs von Persien. Der 65-Jährige ist die bekannteste Stimme der Protestbewegung im Iran. Bei seinem Auftritt in München wurde er mit Jubel empfangen. Die Demonstranten zeigten Plakate mit dem Konterfei Pahlavis. 

«Wir kämpfen für Freiheit, für Gerechtigkeit und für Gleichheit», sagte er. Das seien Werte, die für die Menschen in der westlichen Welt gewöhnlich seien. Pahlavi bekräftigte, den Iran in eine demokratische Zukunft mit freien Wahlen führen zu wollen. Er dankte für die Solidarität aus vielen Nationen. «Wir sind nicht allein.» 

Friedman: Iranische Regierung missbraucht den Islam

Unter den Rednern war auch der Publizist Michel Friedman, der der iranischen Regierung vorwarf, «den Islam, den Koran zu missbrauchen». Seit 47 Jahren würden im Iran im Namen Gottes Millionen Menschen unterdrückt. «Die Welt schaut seit 47 Jahren zu.» Friedman forderte die Isolation der Machthaber im Iran und ein Ende der Handelsbeziehungen. «Ein Regime, das für Terrorismus steht, gehört abgesetzt», rief er, und sagte weiter: «Der Iran mit diesem Regime darf niemals Atomwaffen haben.»

Der republikanische US-Senator Lindsey Graham trug bei seinem Auftritt eine Kappe mit der Aufschrift «Make Iran Great Again», eine Abwandlung des Slogans «Make America Great Again» des US-Präsidenten Donald Trump und seiner Anhänger. 

Pahlavi: «Es geht um die globale Sicherheit»

Pahlavi war wegen der Münchner Sicherheitskonferenz in die bayerische Landeshauptstadt gereist. Vor Journalisten sagte er, der Aktionstag sei «eine klare Botschaft an die Führer der westlichen Demokratien, sich mit dem iranischen Volk zu solidarisieren».

Er sprach von einer «Stunde tiefer Gefahr». Die Welt müsse sich entscheiden, ob sie sich mit dem iranischen Volk solidarisieren oder erneut von einer iranischen Führung beschwichtigen lasse, die über 40.000 ihrer eigenen Bürger massakriert habe. Wie viele Menschen bei der Niederschlagung der jüngsten Massenproteste im Iran ums Leben kamen, ist offiziell nicht bekannt.

Pahlavi sagte, es gehe um die globale Sicherheit in unserer Zeit. «Seit fast einem halben Jahrhundert agiert die Islamische Republik als revolutionäres Unternehmen, exportiert Instabilität durch Stellvertreter, untergräbt die Souveränität ihrer Nachbarn, schürt Konflikte in verschiedenen Regionen und treibt ihre nuklearen Ambitionen voran. Doch etwas Unumkehrbares hat sich verändert. Der Kampf in meinem Land ist heute kein Kampf zwischen Reform und Revolution.» Es sei ein Kampf zwischen Besatzung und Befreiung.

Zahlreiche weitere Demos in München

Der Zeitpunkt während der Münchner Sicherheitskonferenz sei für die Groß-Demo bewusst gewählt worden, da zu der Konferenz politische und sicherheitspolitische Entscheidungsträger aus aller Welt anreisten, teilte der Veranstalter, der Verein The Munich Circle, mit. Für das Wochenende waren laut Kreisverwaltungsreferat mehr als 15 weitere Versammlungen in Zusammenhang mit der Sicherheitskonferenz angemeldet worden.

Die Münchner Sicherheitskonferenz, die am Sonntag endet, gilt als weltweit wichtigstes Expertentreffen zur Sicherheitspolitik. Nach Angaben der Konferenzleitung wurden mehr als 60 Staats- und Regierungschefs sowie etwa 100 Außen- und Verteidigungsminister erwartet.

Demonstration / Iran / Internationale Beziehung / Reza Pahlavi / München / Toronto / USA
15.02.2026 · 12:52 Uhr
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