Größe zählt doch! Nested Lands verschiebt Release für ein Detail unter der Gürtellinie
Verschiebungen im Gaming-Kalender sind meistens eine dröge Angelegenheit, geprägt von PR-Floskeln über „Feinschliff“ oder hartnäckige Bugs, die noch ausgemerzt werden müssen. Manchmal jedoch erreicht uns eine Nachricht aus der Entwicklerstube, die so herrlich absurd ist, dass man einfach schmunzeln muss. Wenn ein Spiel seinen Starttermin nach hinten korrigiert, erwarten wir meist technische Hürden als Ursache. Doch im Falle des kommenden Survival-RPGs Nested Lands liegt der Grund buchstäblich in der Hose der Protagonisten verborgen.
Prioritäten der etwas anderen Art
META Publishing und 1M Bits Horde haben eine schwere Entscheidung getroffen: Der Early-Access-Start von Nested Lands wird auf den 25. Februar verlegt. Der Grund für diese Verzögerung ist ebenso kurios wie faszinierend. Neben der Implementierung von „skurrilem Environmental Storytelling“ und erweiterten Features für mehr Spielspaß mit Freunden, arbeiten die Entwickler mit Hochdruck an einem ganz speziellen Werkzeug für den Charakter-Editor: einem Regler für die Genitalien. Richtig gelesen. Selbst in einer von der Pest und marodierenden Banditen geplagten Welt scheint es für die Immersion unabdingbar zu sein, die anatomischen Gegebenheiten des eigenen Avatars bis ins kleinste Detail – oder eben Großformat – anpassen zu können. Man muss den Entwicklern zumindest lassen, dass sie wissen, wie man Aufmerksamkeit generiert.
Überleben im Schatten der Pest
Doch Nested Lands reduziert sich glücklicherweise nicht nur auf die Unterwäsche seiner Helden. Im Kern erwartet Dich ein düsteres, mittelalterliches Survival-Aufbau-RPG, das während der schlimmsten Tage des Schwarzen Todes angesiedelt ist. Du startest absolut mittellos und stehst vor der titanischen Aufgabe, ein funktionierendes Dorf aus dem Boden zu stampfen. Es geht um das nackte Überleben: Ressourcen müssen mühsam gesammelt, Gebäude errichtet und die Gemeinschaft vor dem sicheren Untergang bewahrt werden. Die Bedrohung ist dabei allgegenwärtig, sei es durch die gnadenlose Krankheit selbst, umherziehende Wegelagerer oder durch die verstörenden, von der Seuche gezeichneten Kreaturen, die in den Schatten lauern.
Mehr als nur nackte Tatsachen
Die zusätzliche Entwicklungszeit fließt aber nicht nur in die Anatomie, sondern auch in die Atmosphäre. Das Team verspricht, die Spielwelt mit wahnwitzigen Geschichten zu füllen, die rein über die Umgebung erzählt werden. Diese narrativen Elemente sollen das Erkunden der trostlosen Landschaft belohnen und dem gemeinsamen Spielen mit Freunden mehr Tiefe verleihen. Es ist dieser Mix aus bitterem Ernst, Überlebenskampf und dem neu angekündigten, fast schon grotesken Humor, der Nested Lands von der Masse an Survival-Titeln abheben könnte. Denn wer sich zwischen Pestausbrüchen und dem Management der eigenen geistigen Gesundheit auch noch Gedanken über die Körperhygiene machen muss, braucht definitiv Galgenhumor.
Ein schmaler Grat zwischen Wahn und Wirklichkeit
Es bleibt abzuwarten, wie sich diese neuen Features in das Gesamtbild einfügen. Die Verantwortung für ein ganzes Dorf zu tragen, während der eigene Charakter womöglich langsam dem Wahnsinn verfällt, klingt nach einer spannenden spielerischen Herausforderung. Dass die Entwickler dabei den Mut haben, solch explizite Anpassungsmöglichkeiten als „entscheidendes Feature“ zu bezeichnen, zeugt von einem gesunden Selbstbewusstsein. Am 25. Februar werden wir sehen, ob sich das Warten gelohnt hat und ob die innere Größe mit der äußeren mithalten kann.


