Grönland-Gespräche in Washington: Keine Einigung, nur eine Arbeitsgruppe
Treffen ohne Durchbruch
Nach Gesprächen mit US-Vizepräsident JD Vance und Außenminister Marco Rubio zog Rasmussen ein ernüchterndes Fazit: Man habe sich darauf verständigt, dass man sich nicht einig sei. Weder Dänemark noch Grönland konnten Washington davon abbringen, an seinen strategischen Ansprüchen auf die arktische Insel festzuhalten. Konkrete politische Vereinbarungen blieben aus.
US-Sicherheitsargumente und Trumps Anspruch
US-Präsident Donald Trump hatte im Vorfeld erneut bekräftigt, Grönland müsse aus Gründen der nationalen Sicherheit unter amerikanischen Einfluss geraten. Andernfalls drohe eine Ausweitung des russischen oder chinesischen Engagements in der Arktis. Auf seiner Plattform Truth Social erklärte Trump, alles andere sei „inakzeptabel“. Auch das Weiße Haus unterstrich diese Haltung mit symbolischen Aktionen und Warnungen vor einem geopolitischen Machtvakuum im Nordatlantik.
Dänische und grönländische „rote Linien“
Rasmussen räumte ein, dass sich die sicherheitspolitische Lage seit dem Ende des Kalten Kriegs grundlegend verändert habe. Zugleich verwies er darauf, dass die USA ihre eigene militärische Präsenz auf Grönland in den vergangenen Jahrzehnten stark reduziert hätten – von einst rund 10.000 Soldaten und 17 Stützpunkten auf heute etwa 200 Soldaten an einem Standort. Daraus leitete er ab, dass neue Lösungen nötig seien, diese jedoch die Souveränität Dänemarks und das Selbstbestimmungsrecht Grönlands respektieren müssten. Eine Annexion oder Übernahme komme nicht infrage.
Arbeitsgruppe als diplomatischer Ausweg
Als einziges greifbares Ergebnis wurde die Bildung einer hochrangigen Arbeitsgruppe vereinbart. Sie soll amerikanische Sicherheitsinteressen und die „roten Linien“ des Königreichs Dänemark miteinander in Einklang bringen und innerhalb weniger Wochen erstmals tagen. Ob dieses Format zu einer echten Annäherung führt, bleibt offen.
Internationale und innenpolitische Reaktionen
Unterstützer Trumps werben mit milliardenschweren Investitionen in Infrastruktur, Rohstoffe und KI-Projekte, falls Grönland enger an die USA gebunden würde. In Europa und bei der NATO stoßen diese Argumente jedoch auf Skepsis. Auch in den USA selbst ist die Zustimmung gering: Umfragen zufolge lehnt eine klare Mehrheit der Bevölkerung eine Übernahme Grönlands ab, insbesondere ein militärisches Vorgehen.
Damit bleibt die Lage festgefahren. Die USA betonen ihre strategischen Interessen in der Arktis, Dänemark und Grönland pochen auf Souveränität und internationales Recht. Die neu gegründete Arbeitsgruppe soll den Dialog fortsetzen – eine politische Einigung ist jedoch vorerst nicht in Sicht.


