Gravierende Sicherheitslücken: Weihnachtsmärkte in der Kritik
Der Bundesverband Veranstaltungssicherheit (BVVS) hat erneut aufmerksamkeitsstarke Defizite in den Sicherheitsvorkehrungen von Veranstaltungen wie Stadtfesten und Weihnachtsmärkten festgestellt. Obwohl einige Städte und Gemeinden das Thema Sicherheit durchaus ernst nehmen, weist der Verband darauf hin, dass eine erhebliche Anzahl dieser Veranstaltungsorte den aktuellen technischen Standards nicht adäquat entspricht.
Eine Analyse des Sicherheitskonzepts des Magdeburger Weihnachtsmarktes brachte erhebliche Mängel ans Tageslicht. Der gravierendste Zwischenfall ereignete sich im vergangenen Jahr, als ein saudischer Staatsbürger mit seinem Fahrzeug über den Markt raste und sechs Menschen das Leben kostete. Das Ereignis hob die fragilen Sicherheitsstrukturen und den mangelhaften Zufahrtsschutz hervor, was zu einer landesweiten Debatte führte.
Dennis Eichenbrenner, Vorsitzender des BVVS, kritisiert den Mangel an konkreten Regelungen für Sicherheitskonzepte. Viele wesentliche Fragen unterlägen keiner rechtlichen Kontrolle, weshalb Leitlinien und Normen unbedingt beachtet werden müssten. Die Koordination zwischen Veranstaltern, Kommunen, Behörden und der Polizei sei essenziell, doch in der Praxis häufig lückenhaft.
Speziell der Zufahrtsschutz bereitet Sorgen. Eichenbrenner mahnt, dass Kommunen, oftmals ohne die nötige Fachkenntnis, auf die Gefahreneinschätzung der Polizei angewiesen seien. Eine klare gesetzliche Regelung, die die polizeiliche Verantwortung stärkt, werde dringend benötigt. Die derzeitigen Zufahrtsregeln hätten nach heutigem Stand kaum ausreichenden Schutz geboten.
Als Konsequenz aus den jüngsten Fahrzeuganschlägen unterstreicht Eichenbrenner die Notwendigkeit erneuter Risikobeurteilungen. Die Kommunen seien jetzt mehr denn je gefordert, in Zusammenarbeit mit Veranstaltern klare Schutzziele zu definieren und die Sicherheitskonzepte zu überarbeiten. Dennoch bleibe auch bei stringentester Planung ein gewisses Restrisiko bestehen.

