Google triumphiert vor Gericht: Zerschlagung vorerst abgewendet
Im Gerichtsverfahren gegen Google erreichte die US-Regierung einen Rückschlag: Ein Richter in Washington entschied, dass der Technologieriese sich nicht von seinem Webbrowser Chrome und dem Betriebssystem Android trennen muss. Die Forderungen der Regierung seien überzogen, erklärte Richter Amit Mehta. Die Klage war ursprünglich am Ende der ersten Amtszeit von US-Präsident Donald Trump im Jahr 2020 eingereicht worden.
Allerdings verhängte das Gericht ein Verbot gegen exklusive Vereinbarungen von Google zur Verbreitung seiner Dienste, einschließlich der Websuche, Chrome und der KI-Software Gemini. Nichtsdestotrotz bleibt es Google erlaubt, Unternehmen wie Apple oder Mozilla für die Vorinstallation seiner Dienste finanziell zu entschädigen.
Trotz des Erfolgs vor Gericht muss Google bestimmte Daten mit Wettbewerbern teilen. Dies schließt Teile des Suchmaschinen-Index und Informationen zu Nutzerinteraktionen ein. Empfänger wie Microsofts Bing, DuckDuckGo und KI-Unternehmen wie OpenAI und Perplexity sollen hiervon profitieren können.
Das Urteil wurde an der Börse positiv aufgenommen: Die Anteilsscheine von Alphabets Google verzeichneten einen Kursanstieg von 6,8 Prozent, während auch Apple-Papiere um rund drei Prozent zulegten. Doug Anmuth von JPMorgan bezeichnete das Urteil als vorteilhaft für Alphabet und lobte die Berücksichtigung der Veränderungen im Marktumfeld durch Künstliche Intelligenz. Stephen Ju von UBS kommentierte, dass das Negativszenario nun vom Tisch sei, während Gene Munster im CNBC-Wirtschaftssender bemerkte, dass letztlich alles beim Alten bleiben würde.
Während Google seine Erleichterung äußerte, plant das Unternehmen, Berufung gegen das Urteil einzulegen, aus Sorge um mögliche Datenschutzprobleme durch das Teilen von Informationen. Über das nächste Vorgehen der US-Regierung wird indes noch nachgedacht, wie Vize-Justizministerin Abigail Slater betonte.

