Google plant Umstellung auf Post-Quanten-Kryptographie bis 2029

Google hat angekündigt, bis 2029 auf Post-Quanten-Kryptographie (PQC) umzustellen, um die Sicherheit im Quantenzeitalter zu gewährleisten. Diese Entscheidung basiert auf zwei wesentlichen Bedrohungen: Zum einen die "store-now-decrypt-later"-Angriffe, bei denen Angreifer verschlüsselte Daten sammeln, um sie zu einem späteren Zeitpunkt mit leistungsfähigen Quantencomputern zu entschlüsseln. Zum anderen das zukünftige Risiko, das Quantencomputer für digitale Signaturen darstellen, die zur Authentifizierung, beispielsweise von Krypto-Assets, verwendet werden.
Die Bedrohung der Quantencomputer für die Kryptographie
Google betont, dass Quantencomputer eine erhebliche Bedrohung für die aktuellen kryptographischen Standards darstellen, insbesondere für Verschlüsselung und digitale Signaturen. Dies betrifft direkt Krypto-Assets wie Bitcoin und Ethereum, die diese Technologien zur Sicherung ihrer Netzwerke nutzen. Innerhalb der Bitcoin-Community gibt es eine Debatte darüber, ob die Kryptographie aufgerüstet und eine freiwillige Migration zu quantenresistenten Signaturen ermöglicht werden sollte. Einige befürchten, dass ein Eingriff das Grundprinzip von Bitcoin verletzen würde, dass private Schlüssel die Kontrolle über die Coins haben.
Ethereum-Mitbegründer Vitalik Buterin hat im Februar einen quantenresistenten Fahrplan für das Netzwerk vorgestellt.
Investoren bleiben gelassen
Alex Thorn, Forschungsleiter bei Galaxy Digital, erklärte kürzlich, dass das Risiko zwar real, aber anerkannt sei. Er betonte, dass nicht alle Wallets gleichermaßen gefährdet sind und die meisten derzeit nicht in Gefahr sind. "Gefährdet sind nur die Mittel, wenn öffentliche Schlüssel on-chain offengelegt werden", sagte er.
Bitcoin-Befürworter Michael Saylor äußerte im Februar, dass die Branche die Bedrohung rechtzeitig erkennen würde, was zu koordinierten Software-Upgrades in globalen Bankensystemen, Internetinfrastrukturen, Krypto-Protokollen, Verbrauchsgeräten und KI-Netzwerken führen würde.
Ein Bericht von Ark Invest vom 11. März behauptet, dass die Bedrohung wahrscheinlich noch Jahre oder Jahrzehnte entfernt ist. "Die heutigen Quantensysteme verfügen nicht über die Fähigkeiten, Bitcoin zu kompromittieren. Bedeutende Durchbrüche würden zuerst die Internetsicherheit stören und koordinierte Reaktionen weit über Bitcoin hinaus auslösen", schrieben die Forscher. Sie gehen von einem allmählichen technologischen Fortschritt aus, der den Märkten und dem Bitcoin-Netzwerk Zeit zur Anpassung gibt.
Google scheint jedoch weniger optimistisch zu sein und plant daher die Umstellung auf PQC bis 2029.

